06. Dezember 2008

Zypern trocknet langsam aus

Werbung

NICOSIA (wra). Mit knapp 25 Grad im Schatten war Zypern am gestrigen Freitag das wärmste Land Europas. Im Mittelmeer wurde noch gebadet. Die Strand tavernen, die normalerweise Mitte November geschlossen werden, waren gut besucht. Und so wird es vorerst wohl auch bleiben: Schlechtes Wetter könne er nicht prognostizieren, klagt Kyriakos Kyrou von der zypriotischen Wasserbehörde. Der für Anfang November erwartete Winterregen sei bislang ausgeblieben. Die letzten nennenswerten Niederschläge lägen zehn Monate zurück. Die Stauseen der Mittelmeerinsel seien nur noch zu drei Prozent gefüllt.

Angesichts der extremen Trockenheit warnte der Direktor des Institutes für Energie, Umwelt und Wasserforschung, Professor Manfred Lange, die Bevölkerung von Zypern müsse sich auf ein Leben in der Wüste vorzubereiten. Die jährliche Niederschlagsmenge sinke seit 1970 ständig. Der Temperaturanstieg in dieser Periode sei mit 1,6 Grad doppelt so hoch wie im Rest der Welt gewesen, erklärte der deutsche Wissenschaftler auf einem Symposium. Da eine Umkehr dieses Trends nicht zu erwarten sei, müssten sich die Inselbewohner umstellen. Die Regierung forderte Lange zu einem effizienteren Wassermanagement auf. Doch dies geht nicht von heute auf morgen.

Nach Jahren der Wassermisswirtschaft unter der Regierung Papadopulos wird der Sozialist Christofias vermutlich einige Jahre brauchen, um die Fehler seines Amtsvorgängers zu korrigieren. Um ein völliges Austrocknen der Insel zu verhindern, liefert Griechenland seit vier Monaten Süßwasser in riesigen Tankschiffen. Mit Hochdruck wird am Bau neuer Meerwasserentsalzungsanlagen gearbeitet.  



0 Kommentare

Damit Sie Artikel auf badische-zeitung.de kommentieren können, müssen Sie sich bitte einmalig bei Meine BZ registrieren. Bitte beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.