Bürgerinitiative fürchtet Verlagerung nach Norden

Daniel Gramespacher

Von Daniel Gramespacher

Mi, 12. Dezember 2018

Kreis Lörrach

Flughafen fordert Piloten auf, nach 23 Uhr Richtung Norden zu starten / Verschiebung statt Reduzierung der Starts befürchtet.

BASEL. Die Bürgerinitiative Südbadischer Flughafenanrainer (BISF) fürchtet, dass die Nachtstarts am Euroairport Basel-Mulhouse nach Norden verschoben werden. Sie führt als Beleg ein Schreiben an, in dem der Flughafen alle Piloten auffordert, nach 23 Uhr nach Norden zu starten. Der Euroairport weist auf Anfrage darauf hin, dass diese Einzelmaßnahme in ein Gesamtpaket einzuordnen sei, das die Lärmsituation für alle Gemeinden rund um den Flughafen deutlich entschärfen soll. Dabei sei der Flyer nur eine von vielen Maßnahmen, erklärt Vivienne Gaskell, Pressesprecherin des Euroairport. Die Darstellung des Anrainerverbands bezeichnet sie als stark vereinfacht und tendenziös.

Bei den Betriebsbedingungen am Euroairport gelte grundsätzlich, dass nach 22 Uhr wenn immer möglich nach Norden gestartet wird, um dicht besiedeltes Gebiet zu vermeiden. Laut Gaskell werden schon seit Jahren rund 80 Prozent aller Abflüge nach 22 Uhr Richtung Norden, der bedeutend weniger besiedelt ist, abgewickelt. Dieses Konzept habe sich bewährt. So könne vor allem in den sensiblen Nachtstunden der Lärm über den dicht besiedelten Süden verhindert werden. Da es sich bei dieser Regelung um eine Empfehlung handle, habe der Flughafen im Zusammenhang mit den im April vorgestellten Lärmmaßnahmen die Fluggesellschaften unter anderem anhand des Flyers nochmals auf diese lärmmindernde Maßnahme hingewiesen.

Der Euroairport nehme das Bedürfnis nach Nachtruhe der Flughafenanrainer sehr ernst und setze alles dran, möglichst rasch wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen. Die BISF indes sieht durch den Flyer ihre Befürchtung genährt, dass es dem Flughafen "nur um eine Verschiebung, nicht aber um Reduktion" der Belastung geht. Damit würden Tatsachen geschaffen, die zu einer vermehrten Belastung von Frankreich und Deutschland führen, hält der BISF-Vorsitzende Jürgen Fingerle fest.

Sollte die vom Verwaltungsrat des Flughafens beschlossene Prüfung innerhalb der kommenden zwei Jahren, ob auf Flüge nach 23 Uhr ganz verzichtet werden kann, zu einem negativen Ergebnis kommen, wäre die Nordverschiebung zementiert, schreibt Fingerle.