Rückblick

Das Jahr der Tiere 2018 – mit allem was da kreucht und fleucht

Anika von Greve-Dierfeld

Von Anika von Greve-Dierfeld (dpa)

So, 30. Dezember 2018 um 11:27 Uhr

Panorama

Sie sind supersüß, supereklig, schädlich, nützlich, manchmal auch gefährlich. Sie hängen in Zäunen, an Blitzableitern, suchen Schutz, reißen aus oder fressen andere. Kleine und große Lebewesen sorgen im Südwesten für manch tierische Aufregung und viele Happy Ends.

Jammer-Jimmy! Puh, Pippilotta! Und: Bäh, Bernsteinschabe!! Das ganze Jahr über ziehen kuriose, herzerwärmende oder auch beunruhigende Tiergeschichten Menschen im Südwesten in ihren Bann. Einige Beispiele:

Wie niedlich!

"Hilfe, ich werde verfolgt!" Ein kleines Eichhörnchen heftet sich im August in Karlsruhe hartnäckig an die Fersen eines Mannes, der daraufhin die Polizei ruft. Es stellt sich heraus, dass das Tier aus einem Nest gefallen und dem Mann aus schierer Not gefolgt war. Das auf den Namen Pippilotta getaufte kleine Tiermädchen mit dem feuerroten Fell wird aufgepäppelt und schließlich ausgewildert.

Mjam!!!! Ein hungriger Siebenschläfer schlüpft im Oktober in Heimsheim (Enzkreis) durch eine offene Terrassentür in ein Haus und macht sich dort über Essvorräte in der Küche her. Die Hausbesitzerin ruft wegen des Krachs die Polizei: Statt eines Diebes entdecken die Beamten den kleinen Nager. Er war auf den Küchentisch gesprungen und mampfte dort aus einer Packung Cornflakes.

Wie kurios!

Was wollte sie da denn bloß? Eine ausgebüxte Kuh marschiert Anfang September in Maichingen bei Sindelfingen auf das Dach einer Garage und will partout nicht weichen. Schließlich wird die schwergewichtige Dame per Blasrohr betäubt. Bevor sie allzu benommen ist, marschiert sie aber selber wieder runter vom Dach und legt sich dann erstmal aufs Ohr.

In misslicher Lage befindet sich auch ein Waschbär, der im April in Rudersberg (Rems-Murr-Kreis) am Blitzableiter eines Hausdachs hängen bleibt. Die Feuerwehr muss anrücken, der Waschbär plumpst daraufhin von selbst vom Dach und läuft erschrocken davon.

Ein Igel unterschätzt seine Leibesfülle und bleibt im Juli in Forst (Kreis Karlsruhe) zwischen den Gitterstäben eines Metallzaunes stecken. Mit einem Bolzenschneider schneidet die alarmierte Feuerwehr einen Gitterstab ab und befreit ihn. Der Igel setzt seine nächtliche Tour unverletzt fort.

Wie hartnäckig!

Er maunzt so lange herzerweichend um Hilfe, bis Rettung kommt: Kater Jimmy aus Bretten (Kreis Karlsruhe) wird bei Bauarbeiten an einem Rohbau versehentlich unterhalb einer Garage eingeschlossen. Die Besitzer suchen ihn fast zwei Wochen, bis Anwohner Ende Juli auf die Laute des Tieres aufmerksam werden, die Polizei rufen und Jimmy in dem Hohlraum des Garagenfundamentes geortet wird. Arbeiter meißeln den Beton wieder auf - endlich Tageslicht für Jimmy. Abgemagert, aber unversehrt schließen ihn seine Besitzer in die Arme.

Wie beängstigend!

Schaf und vielfach Mensch finden es gar nicht witzig, dass der Wolf inzwischen wieder heimisch ist im Südwesten. Das Raubtier mit der Bezeichnung GW852m ist 2018 für den Tod von fast 50 Schafen verantwortlich, verstört Schäfer und treibt manchem Bürger Sorgenfalten auf die Stirn.

Aber auch viel kleinere Tiere jagen Menschen im Südwesten einen gehörigen Schrecken ein: Auf einem Gemeindefest in Weingarten bei Karlsruhe werden 18 Besucher von einem Hornissenschwarm angegriffen und verletzt. 13 müssen ins Krankenhaus. Der Grund der plötzlichen Attacke ist nicht ersichtlich. Wahrscheinlich ist den Tieren die Feierei einfach zuviel.

Wie prominent!

Tot aber berühmt: Eine in Bernstein eingeschlossene neu entdeckte Steinfliegenfamilie wird im Juli von einem Insektenforscher und Rolling-Stones-Fan nach der legendären Rockband benannt. Auch allen derzeitigen und ehemaligen Mitgliedern der 2003 geadelten Band um Mick Jagger (75) und Keith Richards (75) wird je eine fossile Art gewidmet.