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18. Juni 2008
Die Fanzonenbetreiber haben reagiert
Ruppige Sicherheitskräfte bekommen Volunteers zugeteilt / Polizei hat wenig Arbeit
BASEL. (sda). Basel hat als Host City der Fußball-EM bisher insgesamt rund 250 000 Gäste in den Fanzonen registriert. Das sind weniger als erhofft. Die Verantwortlichen zogen gestern eine positive Zwischenbilanz, Probleme habe es kaum gegeben. Nicht den Erwartungen entsprochen hatten die Besucherzahlen an den Tagen ohne Spiel in Basel. Als Hauptgründe dafür nannte der Basler Euro-Delegierte, Hanspeter Weisshaupt, den ausgebliebenen sportlichen Erfolg der Schweizer Nationalmannschaft und das schlechte Wetter. An den Basler Spieltagen seien die Erwartungen "absolut erfüllt" worden. Die Fan-Zonen seien auch an den anderen Abenden gut besetzt und die Stimmung sei durchwegs gut und friedlich gewesen. Zu nennenswerten Zwischenfällen kam es kaum.
Dass Standbetreiber auf mehr Umsatz gehofft hatten und teils mit Personalabbau reagiert haben, dafür hat Weisshaupt Verständnis. Die Frequenz-Erwartungen der Host City basierten auf einer Studie der Uni Bern. Von rechtlichen Schritten von Caterern wisse er bisher nichts. Mit den Catering-Umsätzen ist die Fanzonenbetreiberin Act Entertainment AG laut einem Sprecher "nicht ganz zufrieden". Die Leute blieben wegen des miesen Wetters weniger lang. Act Entertainment vergibt die Tribünenplätze am Rheinufer inzwischen gratis und muss der Stadt dafür weniger bezahlen. Wie viel wollte Weisshaupt nicht verraten.
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Act Entertainment hat laut dem Sprecher die Zugangsmodalitäten angepasst; so wurden den teils ruppigen Sicherheitsleuten lokale Volunteers zur Seite gestellt. Und inzwischen dürfe man auch mit anderen Getränken als Sponsorenbier die Fanzone betreten – sofern diese in Pet-Flaschen sind und man eine Pfandmarke vorweisen kann.
Die Fan-Arena bei Liestal/Bubendorf (Baselland) hatte schon früh ihre Eintrittspreise massiv senken müssen. Dennoch hat das 9. Stadion – das laut den Veranstaltern größte temporäre Fußballstadion der Schweiz – bis Montag gerade einmal 16 000 Tickets verkauft. Damit liegt die Auslastung bei knapp 25 Prozent.
Für die Sicherheitsbehörden verlief die Euro laut dem baselstädtischen Vize-Polizeikommandanten Rolf Meyer problemlos. In die Gefangenenstelle wurden insgesamt 59 Personen gebracht, in der Ausnüchterungsstelle landeten 15, und die Sanitäter betreuten 537 Personen. Die Kooperation läuft laut Meyer sehr gut, auch mit den deutschen Polizisten in Basel. Kleinkriminelle gebe es nicht mehr als sonst, und auch im Rotlicht-Milieu sei der Betrieb im Rahmen geblieben. Abfallprobleme habe es kaum gegeben.
Die Hotels im Raum Basel hatten während der Vorrunde teils noch freie Betten. Die privaten Gastunterkünfte meldeten bisher rund 300 Übernachtungen; weitere 300 sind gebucht. Dass am Donnerstag das deutsche Team in Basel spielen wird, freut Basel Tourismus, denn Deutschland sei ein Hauptzielmarkt.
Autor: sda



