Ein Meilenstein der Elektromobilität

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 14. Juni 2018

Baselland

Der Versorger EBL plant an der Autobahn bei Pratteln die größte Ladestation für E-Mobile in Europa.

PRATTELN (alb). Der Baselbieter Versorger Genossenschaft Elektra Baselland (EBL) investiert in die Zukunft. Konkret plant das genossenschaftlich organisierte Unternehmen an der Autobahn A 2 auf Höhe des Entwicklungsgebietes Salina Raurica bei Pratteln einen "Swiss E-Mobility Hub". Dahinter verbirgt sich ein Innovationszentrum für Elektromobilität und die laut EBL größte Elektroladestation in Europa.

Das vor 120 Jahren gegründete Unternehmen, dessen Wurzeln in der Versorgung von Liestal liegen und das 2017 bei einem Umsatz von knapp 220 Millionen Franken rund 18 Millionen Gewinn erzielte, konzentriert sich auf die Geschäftsfelder Strom, Wärme und Telekommunikation. Bereits im März 2015 verabschiedete er ein Schwerpunktprogramm Elektromobilität. Im Schulterschluss mit der Schweizer Bundespolitik, die den Anteil von Elektrofahrzeugen an Neuzulassungen bis 2022 auf 15 Prozent erhöhen will, forciert EBL nun auch das Engagement in der E-Mobilität. Man sei überzeugt, dass diese für eine nachhaltige Energieversorgung zunehmend mit der Stromversorgung verknüpft und die Energie vermehrt aus erneuerbaren Quellen stammen werde, heißt es in einer Mitteilung.

Mit dem "Swiss E-Mobility Hub", den EBL mit Unterstützung der Baselbieter Kantonsregierung und wissenschaftlicher Begleitung der Fachhochschule Nordwestschweiz realisiert, will das Unternehmen nun weiter vorangehen. Das Vorhaben soll direkt an der A 2 entstehen. Der Standort neben der Verkehrsachse, die mehr als 130 000 Fahrzeuge pro Tag nutzten, sei ideal. Der E-Mobility Hub umfasst ein Servicecenter für Elektromobilität mit 280 Ladesäulen, wovon in vollem Ausbau 60 als Schnellladestationen (Supercharger) realisiert werden.

Das Gebäude hat das Architekturbüro Berrel Berrel Kräutler entworfen. Das Konzept sieht eine hybride Bauweise vor und erlaubt eine multifunktionale, flexible Nutzung. Der Bau wird 30 Meter hoch, hat eine Nutzfläche von rund 23 000 Quadratmeter und neun Geschosse sowie ein Untergeschoss für Technik und den Batteriespeicher. Das Innovationszentrum bietet zudem Platz für Concept Stores von E-Autoherstellern, ein Atelier für Forschungsprojekte, Gewerbe und Veranstaltungen sowie Co-Working-Spaces. Das Projekt setze "einen Meilenstein in der Elektromobilität", zeigt sich der zum Monatsende ausscheidende EBLGeschäftsführer Urs Steiner laut Mitteilung überzeugt.

Den Energiebedarf für den Hub beziffert EBL mittelfristig auf rund 20 000 MWh pro Jahr. Das entspricht dem Energiebedarf von rund 5000 Haushalten. Als größte Herausforderung gilt die hohe Spitzenleistung von rund 5,5 MW, die notwendig ist, um die 60 Supercharger parallel zu betreiben. Das soll dank eines lokalen Batteriespeichers sichergestellt werden. Die Bauarbeiten für das Projekt sollen Mitte 2021 beginnen, die Eröffnung ist für 2023 geplant.