Fasnachtsunfall

Eppinger Hexenkessel-Unglück: Warum dauern die Ermittlungen so lange?

dpa, Anika Maldacker

Von dpa & Anika Maldacker

Di, 13. Februar 2018 um 12:34 Uhr

Südwest

Der Vorfall beim Eppinger Nachtumzug liegt eine Woche zurück. Das Opfer, das sich an einem Hexenkessel verbrühte, konnte noch nicht vernommen werden. Die Frau äußerte sich lediglich per Telefon.

Mehr als eine Woche nach dem sogenannten Hexenkessel-Vorfall bei einem Fastnachtsumzug in Eppingen, im Landkreis Heilbronn, haben die Behörden das Opfer noch nicht vernehmen können. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, ist die junge Frau noch immer in ärztlicher Behandlung. Wann die Vernehmung stattfinden könne, sei offen.

Zu dem Unfall geäußert hatte sich die junge Frau allerdings schon per Telefon. In einem Gespräch mit dem Sachbearbeiter der Polizei hatte die Frau nach Polizeiangaben ausgesagt, dass sie mit beiden Beinen im heißen Kesselwasser gestanden habe. Die Frau wurde damals in einer Stuttgarter Klinik behandelt.

Suche nach Tätern bisher erfolglos

Die 18-Jährige war bei dem Fastnachtsumzug von einer Hexengruppe über einen Kessel mit heißem Wasser gehalten worden. Dabei verbrühte sich die junge Frau die Beine. Der Kessel befand sich auf einem Ziehwagen der Gruppe und wurde von einem mit Holz befeuerten Ofen erhitzt. Wie die Beine der 18-Jährigen in das Wasser geraten konnte, ist weiter unklar.

Auch bei der Suche nach den Tätern gibt es laut Polizeiangaben keine neuen Erkenntnisse. Welche Narrengruppe den Kessel mitführte, ist bekannt. Nicht ausschließen könne man, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn, dass die Narrengruppe die Identität der Täter nicht preisgeben wolle.

Nach dem Vorfall beim Eppinger Nachtumzug sagte die Stadt Eppingen den Leiergassenumzug, der am Fasnachtssonntag stattfindet, ab. In einer Mitteilung auf der Website der Stadt hieß es am Freitag, der Umzug werde "aus aktuellem Anlass" nicht stattfinden. Näheres zur Begründung wurde nicht genannt.

Daraufhin trafen sich verkleidete Menschen vor dem Eppinger Rathaus. In sozialen Netzwerken hatten zuvor Menschen zum friedlichen Protest gegen die Entscheidung aufgerufen.

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