Verbindung

ETH Zürich investiert etwa 200 Millionen in Neubau für Basler Department

Michael Baas

Von Michael Baas

Do, 06. September 2018 um 20:00 Uhr

Basel

Die chemische Verbindung wird noch stabiler: Die ETH Zürich investiert rund 200 Millionen Franken in einen Neubau für ihr Departement in Basel.

Forschung und Entwicklung haben im Ballungsraum Basel auch im internationalen Vergleich hohe Priorität. Keine Region investiere so viel ihres regionalen Bruttoinlandproduktes, nämlich 14 Prozent, in den Bereich wie Basel, sprich der Schweizer Teil der Region. Das zumindest behauptete die Rektorin der Universität Basel, Andrea Schenker-Wicki, bei der Grundsteinlegung für den Neubau des Departements (Institut) für Biosysteme (Info) der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich am Donnerstag auf dem Campus Schällenmättli am Westrand der Basler Innenstadt. Weitere gut 200 Millionen Franken steuern die Zürcher Hochschule und die Schweiz als Finanziers nun allein mit diesem Neubauprojekt bei. Anfang 2022 soll der vom Architekturbüro Nickl & Partner konzipierte Bau mit einer Hauptnutzfläche von gut 18 500 Quadratmetern und sechs oberirdischen Geschossen in Betrieb gehen – ein weiterer Meilenstein für die Forschungslandschaft in und um Basel.

Künftige Kraftzentren

Der Campus Schällenmättli zwischen dem Basler Universitätsspital und dem Novartis Campus im Stadtteil St. Johann soll eines von deren künftigen Kraftzentren werden. In dem Areal entsteht dieser Tage das neue Biozentrum der Universität Basel; dort plant diese zudem ein neues Gebäude für Biomedizin und da realisiert die ETH nun auch ihr Projekt. Das sei "zentral für die Weiterentwicklung" des bereits vor elf Jahren im Rosentalareal beim Badischen Bahnhof in Basel angesiedelten Instituts, betonte ETH-Präsident Lino Guzzella. Sind aus den sieben Professuren und rund 150 Mitarbeitenden der Startphase inzwischen doch 18 Professuren und rund 300 Mitarbeitende, darunter 160 Doktoranden, geworden. Zudem sei das Institut noch auf vier Gebäude verteilt, was einige Luft nach oben bietet, wie der Vorsteher des Departementes Professor Timm Schroeder schilderte.

Basel sei einer der größten Life-Science-Standorte

Dass die renommierte Zürcher Hochschule überhaupt eines ihrer 16 Institute (Departemente) in Basel angesiedelt hat und das mit diesem "Bekenntnis" bekräftigt, begründete ETH-Präsident Guzzella vor allem damit, dass die Stadt einer der weltweit größten und erfolgreichsten Life-Sciences-Standorte sei. Insofern sei er auch für die ETH mit ihrem strategischen Schwerpunkt Medizin und Life Science besonders interessant. Tatsächlich gibt’s in der Region eine "einzigartige Dichte an Life Science", weiß Uni-Rektorin Schenker-Wicki und allein zirka 700 Unternehmen in der Medtech- und Biotech-Branche – vom Start-up bis zu den Pharmakonzernen. Von der immer wieder unterstellten Rivalität zwischen Basel und Zürich ist in dem Bereich dagegen nichts zu spüren. Im Gegenteil. Diese "chemische Beziehung" zwischen Basel und Zürich reiche zurück bis ins 19. Jahrhundert, weiß Guzzella und diese wissenschaftliche Liaison werde sich künftig eher noch intensivieren.