Extremwetter legt jetzt eine Pause ein

dpa

Von dpa

Mi, 13. Juni 2018

Südwest

Am Dienstag gab es jedoch noch ergiebige Regenfälle, Erdrutsche und Stromausfälle.

STUTTGART (dpa). Regen, Regen, Regen: Seit Tagen ziehen heftige Unwetter über den Südwesten, fluten Keller und Straßen. Erneut gab es Erdrutsche, der Strom fiel mancherorts aus. Mindestens ein Mensch wurde nach Angaben von Rettungskräften verletzt. Hunderte Einsätze zählten sie landesweit. Besonders betroffen waren am Montagabend die Regionen südlich und westlich von Stuttgart. Auch in der Nacht zum Dienstag regnete es zum Teil ergiebig, es gab laut Deutschem Wetterdienst (DWD) Gewitter und Starkregen. Die Schadenshöhe stand zunächst nicht fest.

Laut Vorhersage legt das Extremwetter nun eine Pause ein – vorerst. Dennoch müsse auch in den kommenden Tagen im Südwesten mit regnerischem Wetter gerechnet werden, sagte ein DWD-Sprecher. Das Unwetterrisiko sinke jedoch. Von Donnerstag an werde es zunehmend aufheitern und überwiegend trocken bleiben.

Das Technische Hilfswerk (THW) war eigenen Angaben zufolge in der Nacht zum Dienstag nach örtlichem Starkregen und Hagel mit fast 200 Helfern landesweit im Einsatz. Sie mussten beispielsweise in Kirchheim unter Teck, Baden-Baden, im Ostalbkreis sowie im Main-Tauber-Kreis und Neckar-Odenwald-Kreis Wasser aus Kellern und von Wegen pumpen sowie nach einem Erdrutsch eine Straße sichern.

In Kirchheim unter Teck (Kreis Esslingen) zählte die Feuerwehr am Montagabend rund 200 Einsätze. Ein 81-Jähriger wurde von der Polizei aus seinem mit Wasser vollgelaufenen Auto befreit – womöglich wäre er sonst ertrunken. Ein Polizist schlug die Scheibe des Wagens ein und verletzte sich dabei leicht. Das Wasser habe fast das ganze Auto gefüllt. Der Autofahrer, der in einer Unterführung vom Hochwasser stecken geblieben war, blieb unverletzt.

Der Technikraum einer Klinik in Kirchheim war zeitweise überflutet – der Klinikbetrieb war laut Feuerwehr aber nicht beeinträchtigt. In der Gemeinde Hochdorf im selben Landkreis hatte die Feuerwehr rund 40 Einsätze. "Tiefgaragen, Keller – Wassermassen, die durch übers Ufer tretende Bäche entstanden sind", fasste ein Feuerwehrsprecher den Abend zusammen. Teilweise seien Geröll und Schotter auf die Straßen gespült worden. Auch in Baden-Baden sowie im angrenzenden Kreis Rastatt wurden Keller und Wohnungen überflutet. Die Feuerwehr zählte dort den Angaben zufolge mehrere hundert Einsätze.

In Teilen Mannheims fiel am Montagabend der Strom aus. Ursache war ein Brand in einem Umspannwerk, wie ein Polizeisprecher am Dienstag sagte. Womöglich wurde das Feuer durch einen Blitzeinschlag ausgelöst. Der Hauptbahnhof der Stadt Reutlingen musste zwischenzeitlich wegen Überflutung gesperrt werden. In Lorch standen am Abend Teile der Innenstadt unter Wasser.