Fünf Franken für den Fahrspaß

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Di, 04. September 2018

Basel

Beim Slow-up Basel-Dreiland gibt es erstmals eine Teilnehmervignette, deren Kauf für die Teilnehmer freiwillig ist.

BASEL. Eine Strecke von 70 Kilometern Länge zwischen Rheinfelden, Basel, Saint-Louis und Lörrach steht am Sonntag, 16. September, zwischen 10 und 17 Uhr ausschließlich den Radfahrern und Inline-Skatern zur Verfügung. Bereits zum zwölften Mal findet der Slow-up Basel-Dreiland statt, auf dessen Strecke sechs Mal der Rhein und neun Mal eine Landesgrenze überquert wird.

Rund 40 000 Menschen haben im vergangenen Jahr am Slow-up teilgenommen – weil das Wetter nicht so günstig war. Bei schönem Wetter waren es auch schon 65 000 Teilnehmer. Die abgesperrte und ausgeschilderte Strecke ist in drei Schlaufen unterteilt, auf der ganzen Strecke herrscht aus Sicherheitsgründen Einbahnverkehr. Die westliche Schlaufe mit 31 Kilometern Länge führte gegen den Uhrzeigersinn von Basel nach Riehen, Lörrach, Weil am Rhein, Huningue, Saint-Louis und zurück nach Basel.

Hier gibt es wegen diverser Baustellen neue Streckenführungen. In Riehen wird die Strecke anstatt über den Kolistieg und den Grenzacherweg auf dem Veloweg entlang der Bahnlinie ins Zentrum geführt. In Lörrach verläuft die Strecke östlich der Bahnlinie zum Campus Rosenfels, wo sich ein Festplatz befindet. Die mittlere Schlaufe, die 21 Kilometer lang ist, geht ebenfalls gegen den Uhrzeigersinn von Basel über Birsfelden, Muttenz, Pratteln, Augst, Wyhlen und Grenzach zurück nach Basel. Knotenpunkt ist das Kraftwerk Birsfelden, wo sich beim Rankhof auch der Hauptfestplatz befindet. Der Knotenpunkt zur östlichen Schleife ist beim Kraftwerk Wyhlen-Augst. Die Schlaufe Ost mit 18 Kilometern Länge führt im Uhrzeigersinn von Augst über Wyhlen, Herten, die beiden Rheinfelden und Kaiseraugst zurück nach Augst.

Neu ist in diesem Jahr, dass eine Teilnehmervignette für fünf Franken verkauft wird. Sie ist – ähnlich wie die Plakette bei der Basler Fasnacht – keine Pflicht, aber Ehrensache. Die Vignette wird am Rankhof und am Kraftwerk Wyhlen verkauft. Wie Wendel Hilti, Geschäftsführer des Slow Up Basel-Dreiland berichtet, ist die Finanzierung durch Sponsoren schwieriger geworden und gleichzeitig sind die Kosten, vor allem der Aufwand für die Sicherheit, gestiegen. Auch andere Slow-ups – schweizweit gibt es 18 solcher Aktionen – sind deshalb auf den Verkauf von Teilnehmer-Vignetten gekommen. Die Vignette ist ein kleiner Aufkleber fürs Fahrrad, der nicht nur Werbung für den Slow-up machen soll, sondern, da er reflektierend ist, auch noch einen Sicherheitsgewinn verspricht.

Die Vignette sieht jedes Jahr gleich aus, in den kommenden Jahren wird sie nur noch an den abgegeben, der noch keinen hat. Als Ausweis für den bezahlten Obulus wird es in den kommenden Jahren Textil-Badges oder Armbändchen geben. Die Vignette trägt auch dazu bei, den Slow-up, der bisher zu zwei Dritteln aus Beiträgen der Öffentlichen Hand und einem Drittel durch Sponsoren finanziert wird, für die Zukunft zu sichern. "Ein paar tausend Vignetten müssen wir schon verkaufen, um die nicht gedeckten Kosten aufzufangen", erklärt Wendel Hilti.

Beim Slow-up sind rund 1000 Freiwillige im Einsatz, 1500 Absperrungen werden aufgestellt, insgesamt gibt es elf Festplätze. Die Strecke führt auch über Abschnitte, die normalerweise für Velos gesperrt sind. Aus Sicherheitsgründen empfehlen die Organisatoren Helme für Radfahrer und Schutzkleidung für Inline-Skater sowie keine höheren Geschwindigkeiten als 25 Stundenkilometer, was vor allem E-Bike-Fahrer betrifft.

Für die Streckeninformationen gibt es erstmals Flyer im Taschenformat, die den Papierverbrauch um sieben Achtel reduziert haben. Für Manuel Friesecke, Präsident des Slow-up Basel-Dreiland und Geschäftsführer der Regio Basiliensis, ist die Veranstaltung ein Beweis für die gut funktionierende grenzüberschreitende Zusammenarbeit. "Und es ist ein Anlass, bei dem die Bevölkerung die Möglichkeit hat, das Dreiland zu erfahren und ein Austausch zwischen der Bevölkerung möglich ist", stellt Friesecke fest. Regierungsrat Hans-Peter Wessels hebt den Einsatz der vielen Helfer und der beteiligten Städte und Gemeinden positiv hervor. Er betont: "Der Slow-up ist gratis, und das bleibt auch so, aber wir hoffen auf einen freiwilligen Solidaritätsbeitrag."

Termin: Die Slow-up-Strecke ist am 16. September bereits ab 9 Uhr (in Basel ab 8 Uhr) und bis zum Abbau bis 18 Uhr gesperrt. Der Slow-up selbst findet von 10 bis 17 Uhr statt, http://mehr.bz/slow-up18