Olaf Kather verlässt Handelsverband Südbaden

GESICHT DER WOCHE: "Die Arbeit hat Spaß gemacht"

Sigrun Rehm

Von Sigrun Rehm

So, 09. September 2018

Freiburg

Nach nur dreieinhalb Jahren als Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Südbaden nimmt Olaf Kather – für viele überraschend – seinen Hut, um sich neuen Aufgaben zuzuwenden. Er habe sich entschlossen, seine langjährigen strategischen und operativen Erfahrungen in Handel und Verband künftig in einer anderen Funktion einzubringen, sagte Kather am Freitag am Ende der traditionellen Halbjahres-Pressekonferenz des Verbandes in Freiburg. Seine neue Aufgabe werde "auf politischer und kommunaler Ebene außerhalb des Handelsverbandes" liegen – was dies konkret bedeutet, werde er in Kürze mitteilen, sagte der 60-Jährige. Der langjährige Karstadt-Manager Kather hatte sein Amt 2015 als Nachfolger von Utz Geiselhart angetreten, der nach nur zweieinhalb Jahren auf eigenen Wunsch in seine Heimat am Bodensee zurückkehrte und den Posten als Kathers Stellvertreter übernahm. Zusammen mit Präsident Philipp Frese führte das Trio seither den Verband, dem rund 2 000 Einzelhändler zwischen Rhein und Bodensee, Rastatt und Lörrach angehören. "Es war eine ungeheuer bereichernde Zeit, die Arbeit hat mir richtig Spaß gemacht", sagte Kather. Als Gründe für seinen Abschied nannte er anstehende Veränderungen im Verband, zu denen auch eine Neudefinition der Aufgaben des Geschäftsführers gehöre. Seine Karriere hatte Olaf Kather 1987 bei Karstadt in Essen begonnen und war dem Warenhauskonzern 27 Jahre in verschiedenen Positionen treu geblieben, seit 1996 als Geschäftsführer von Filialen unter anderem in Nürnberg, Dresden und München. 2007 übernahm er den Freiburger Karstadt und dann 2014 für ein Jahr die Offenburger Filiale. Die folgende Verbandsarbeit habe seine Erfahrung im Einzelhandel komplettiert und er sei froh, die Institution für die Herausforderungen der Digitalisierung gut aufgestellt zu wissen, sagte Kather. Verbandspräsident Philipp Frese äußerte auf Nachfrage Verständnis für den Schritt und lobte die gute Zusammenarbeit: "Wir schätzen uns persönlich sehr." Für die Nachfolge sei eine verbandsinterne Lösung in Sicht. Wenn Kathers Vertrag zum 30. September ausläuft, werde eine Person "mit sehr großer Erfahrung" übernehmen: "Ein nahtloser Übergang ist gewährleistet", so Frese. Er wolle mit dem Handelsverband verbunden bleiben – und mit der Region sowieso, versicherte Olaf Kather, der in Kenzingen lebt. Er sei sich mit seiner Frau einig: "Aus Südbaden gehen wir nicht mehr weg."sir