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20. August 2012

HINTERGRUND

Spektakuläre Felsabstürze

In Triberg ist Anfang des Jahres während der Nacht ein großer Felsbrocken im unteren Stock eines Mehrfamilienhauses in ein Wohnzimmer gestürzt. Der Felsen hat sich oberhalb eines Hangs gelöst, ist durch das Mauerwerk geschlagen und hat sämtliches Mobiliar der Familie zerstört. Die Bewohner haben zu dem Zeitpunkt geschlafen. Zum Glück – die Schlafzimmer blieben verschont.

Weniger Glück hatte ein 29-jähriger Bauarbeiter im Juni bei Gurtnellen am Gotthard. 2 000 bis 3 000 Kubikmeter Gestein stürzten plötzlich über der Baustelle, an der der junge Mann und drei Kollegen gearbeitet hatten, Richtung Tal. Ein Bauarbeiter konnte sich noch retten, zwei wurden verletzt. Den 29-Jährigen begrub die Gesteinslawine unter sich. Da das Gebiet weiterhin extrem gefährdet war, konnte ein ferngesteuerter Bagger den Mann erst einige Tage später bergen.

Über 300 000 Kubikmeter Fels rutschten im Mai in der Tessiner Gemeinde Preonzo ins Tal. Physiker hatten den Hang schon Wochen vorher unter Beobachtung, weil die Gesteinsmassen stark in Bewegung waren. Vor dem Dorf wurde ein Schutzwall aus Erde errichtet, das Industriegebiet am Fuße des Bergs musste evakuiert werden. Das Spektakel dauerte schließlich von 1.45 Uhr in der Nacht bis um 6.30 Uhr. Insgesamt waren 800 000 Kubikmeter Gesteinsmasse in Bewegung. Zu Schaden kamen weder Menschen, noch Gebäude. Das Dorf liegt mitten in einem Risikogebiet: Seit den 1990er Jahren prüfen Sensoren die Felsbewegungen. Schon 2002 stürzten mehr als 150 000 Kubikmeter ins Tal.

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Autor: jfl