Hilfe für Süchtige

Karlsruhe bekommt Baden-Württembergs erste Fixerstube

dpa

Von dpa

So, 17. Juni 2018 um 17:43 Uhr

Karlsruhe

Anfang 2019 soll die neue Einrichtung starten. In ihr sollen Schwerstabhängige Heroin oder Kokain unter hygienischen Bedingungen und unter Aufsicht von geschultem Personal konsumieren können.

. Nach der Zustimmung der CDU-Landtagsfraktion zum landesweit ersten Drogenkonsumraum in Karlsruhe will das Sozialministerium das Vorhaben rasch auf den Weg bringen. "Damit können wir die entsprechende Landesverordnung nun zügig fertigstellen und dem Kabinett zuleiten", sagte Sozialminister Manne Lucha (Grüne) am Freitag. Hilfen für schwer suchtkranke Menschen würden erheblich verbessert.

Lucha geht davon aus, dass die Einrichtung Anfang kommenden Jahres starten kann. In ihr sollen Schwerstabhängige mitgebrachte Rauschmittel wie Heroin und Kokain unter hygienischen Bedingungen und unter Aufsicht von geschultem Personal konsumieren können. Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) will zugleich den Karlsruher Werderplatz aufwerten, der seit geraumer Zeit Drogen- und Trinkertreff geworden ist.

Die "Fixerstube" war in der Landesregierung umstritten. Während der grüne Sozialminister hinter dem Karlsruher Anliegen stand, hatte vor allem das Unions-geführte Innenministerium Bedenken. Justizminister Guido Wolf (CDU) unterstützte das auf drei Jahre befristete Projekt nach dem überraschend einmütigen Votum des Karlsruher Gemeinderats im Frühjahr. Das Innenministerium wartete das Votum der Landtags-CDU ab.

Lucha betonte, wichtige Ziele der Anlaufstelle seien Überlebenshilfe, Gesundheits- und Infektionsprophylaxe. "Langfristiges Ziel ist immer der Ausstieg aus der Sucht." Wie Justizminister Wolf will die CDU die Räume nur für wenige Großstädte erlauben. Die Fraktion ist für eine Beschränkung auf Städte "mit mehr als 300 000 Einwohnern" und betonte: "Drogensucht ist eine Krankheit. Für uns ist klar, dass wir schwer suchtkranke Menschen nicht alleine lassen dürfen."