Klägerin verliert gegen Bayer

dpa

Von dpa

Fr, 21. Dezember 2018

Südwest

Verhütungsmittel Yasminelle.

WALDSHUT-TIENGEN (dpa/bz). In dem jahrelangen juristischen Streit um die Verhütungspille Yasminelle hat der Chemie- und Arzneimittelkonzern Bayer einen Erfolg erzielt. Das Landgericht Waldshut-Tiengen wies die Klage die 34-jährigen Felicitas Rohrer aus Willstätt gegen den Konzern ab. Ihre gesundheitlichen Probleme seien nicht zweifelsfrei auf die Einnahme des Verhütungsmittels zurückzuführen, entschied das Gericht am Donnerstag. Möglich seien auch andere Ursachen. Die Frau habe daher keinen Anspruch auf Schmerzensgeld.

Die frühere Tierärztin aus der Nähe von Offenburg klagte in dem seit Juni 2011 laufenden Zivilrechtsverfahren gegen den Konzern mit Sitz in Leverkusen. Dieser vertreibt die Pille. Sie macht das Medikament mit seinem Wirkstoff Drospirenon für gesundheitliche Probleme und ein hohes Thrombose-Risiko verantwortlich. Nach der Einnahme habe sie im Juni 2009 eine beidseitige Lungenembolie sowie einen Kreislaufzusammenbruch mit Herzstillstand erlitten und sei fast gestorben. Sie forderte von Bayer Schadenersatz und Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 200 000 Euro. Noch heute leide sie unter gesundheitlichen Einschränkungen.

Die von Bayer weltweit vertriebene Pille habe ein erhöhtes Thrombose-Risiko, sagte die Vorsitzende Richterin Claudia Jarsumbek. Im konkreten Fall sei es jedoch darum gegangen, die Ursache der gesundheitlichen Probleme ohne Zweifel zu klären. Dies sei der Klägerin, die die Beweislast habe, nicht gelungen. Mögliche weitere Ursachen könnten eine Vorerkrankung sowie eine längere Flugreise der Frau gewesen sein, sagte Jarsumbek. Auch drei Gutachten hätten keine Klarheit gebracht. Die Klage habe daher abgewiesen werden müssen.

Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig. Die am Prozess Beteiligten haben nach Angaben einer Gerichtssprecherin einen Monat Zeit, um vor dem Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe in Berufung zu gehen. (Az.: 1 O 73/12)