Konferenz für mehr Zusammenhalt

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 12. September 2018

Basel

Evangelische Kirchen in Basel.

BASEL (BZ). Auf einer Konferenz suchen die evangelischen Kirchen Europas nach gemeinsamen Antworten auf drängende Zukunftsfragen. Dazu tagt in Basel vom 13. bis 18. September die Vollversammlung der "Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa" (GEKE). Das Gremium repräsentiert rund 100 Kirchen der Reformation mit etwa 50 Millionen Mitgliedern. Es verstehe sich als evangelische Stimme Europas, heißt es in einer Pressemitteilung des evangelischen Kirchenbezirks Markgräflerland.

Migration, Rechtsextremismus und Fremdenhass halten die europäische Politik in Atem. "In einem Europa, das mit unterschiedlichen Spannungen konfrontiert ist, muss sich das grenzüberschreitende Miteinander der Christen umso mehr bewähren", betont Dekan Günter Ihle. Er ist einer von zwei Delegierten der Evangelischen Landeskirche in Baden bei der Vollversammlung der GEKE. Unter anderem wird diese eine Stellungnahme zum aktuellen politischen Geschehen in Europa abgeben.

Langfristig will die GEKE den sozialen und kulturellen Zusammenhalt in Europa stärken und auf Missstände in Europa reagieren. Dazu wollen die Kirchen sich besser vernetzen und gemeinsame Hilfsprojekte auf den Weg bringen. Beispiele für Herausforderungen in der Europäischen Union sind Zwangsprostitution, Landflucht und die Eurowaisen: In Rumänien, Bulgarien, Polen oder der Ukraine wachsen mehr als 500 000 Kinder ohne Eltern auf. Sie haben oft keine erwachsene Bezugsperson, während die Eltern in reicheren EU-Staaten als Erntehelfer, Bauarbeiter oder in der Altenpflege arbeiten.

Die GEKE wurde 1973 gegründet, damals noch unter dem Namen "Leuenberger Kirchengemeinschaft". Zentrales Ziel war damals die Spaltung zwischen den reformierten und lutherischen Kirchen Europas zu überwinden. In diesem Jahr erwägt die Vollversammlung die Aufnahme weiterer Gespräche mit dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen. "Dass diese Gespräche auf den Weg kommen, ist ein großer Schritt für die evangelisch-katholische Ökumene", sagt Kirchenrätin Anne Heitmann, Leiterin der Abteilung Mission und Ökumene der Evangelischen Landeskirche in Baden.