Kunst und Kulinarisches in allen Winkeln

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Mo, 10. September 2018

Laufenburg

Die 14. Kulturnacht Laufenburg lockt an einem milden Spätsommerabend wieder Hunderte von Flaneuren in die beiden Altstädte und auf die Laufenbrücke.

LAUFENBURG. Bei Traumwetter bummelten am Samstag Hunderte von Besuchern durch die Altstadtgassen und über die Laufenbrücke zu den mehr als 20 Stationen und Aktionen der Kulturnacht Laufenburg. Der schöne milde Spätsommerabend lockte viel Publikum zur 14. Ausgabe des grenzüberschreitenden Events, das mit Freilichtmusik an allen Ecken und in allen Winkeln, Lesungen, Theater, Tanz, Kunst und Kulinarischem vergnügliche Stunden bis Mitternacht bot.

Viel los war auf der Laufenbrücke, wo die bezaubernden Tänzerinnen der Ballettschule Luise Krey von Zuschauertrauben umringt waren. Die Ballettschülerinnen entzückten mit einer choreografischen Zeitreise in reizenden Kostümen, angefangen von höfischen Charaktertänzen über einen kessen Charleston in gelben Fransenröckchen bis zu einer expressiven futuristischen Nummer in weißen Tutus. Die Tänze waren eine echte Augenweide und Attraktion.

Auch die "Kunst auf der Brücke" mit vielgestaltigen Skulpturen in Metall, Holz, Stein und Keramik von sieben Künstlern aus Laufenburg, Weil am Rhein Lörrach und der Schweiz fand reges Interesse. "Das ist ein spezielles Erlebnis, so eine Freilichtausstellung", schwärmten Veikko Peter, der bizarre Metallgebilde zeigte, und Ulrich Wössner, der Objekte aus Fundstücken aufgebaut hatte.

Karibische Rhythmen

und Cuba Libre

Mit karibischen Rhythmen und Cuba Libre stimmte die Laufenburger Autorin Petra Gabriel gut gelaunt auf ihre Lesungen in die Stadtbücherei ein. Bürgermeister Ulrich Krieger, der zuvor mit dem Schweizer Stadtammann Herbert Weiss die Kulturnacht offiziell eingeläutet hatte, ließ sich von der lebensfrohen Stimmung anstecken und hob hervor, welch hohen Stellenwert Kultur in beiden Laufenburg habe. Gabriel las Passagen aus ihrem Buch "Ein Jahr auf Kuba" und erzählte unterhaltsam und spannend von ihrem Aufenthalt in Havanna, wo sie "die volle Dosis kubanischen Lebens" hautnah mitgekriegt hat. Sie sei "mit offenem Scharnier" auf der Insel gereist und vielen offenen, zuvorkommenden, gastfreundlichen, unglaublich kreativen Menschen begegnet, verriet die Schriftstellerin über die Alltagserfahrungen in Kuba, die viel tiefer gingen als die Klischees von Salsa und alten Straßenkreuzern.

Über den Rathausplatz wehte trotz der Baustellen ein Hauch von Flowerpower und Woodstock. Tina Saur und Joachim Barth alias Tina & Jo hatten Pop- und Folksongs aus den 1960er und 1970er Jahren im Notengepäck, von "Sound of Silence" über "House of the Rising Sun" bis zum Beatles-Hit "Love me do". Zahlreiche Zuhörer umringten das Duo, das bereits zum fünften Mal zu Gast war, saßen auf den Steintreppen und sangen die zeitlosen Songs mit. "Vielen Dank, großartige Mitsänger!", freute sich Tina über den singfreudigen Chor.

Anziehungspunkt in der Altstadt waren auch die mobilen und geräuschvoll "sprechenden" farbigen Fische von Marlen Miggler im mittleren Brunnen und die kleinen und großen Elefanten aus Keramik und Wildtiercollagen in Ulrike Marquarts Töpferladen "Zum guten Ton". Ausdrucksvolle Tonköpfe und Figurenbilder einer Gastausstellerin gab es im Atelier von Simone Urbanke zu bewundern. Eine stattliche Schar strömte ins Narrenmuseum im Haus Mariagrün, wo Archivar Stefan Lehmann in der Zunftstube der Narro-Altfischerzunft 1386 Einblicke gab in die Geschichte des Gebäudes, der Laufenburger Fasnacht und der traditionsreichen Zunft. Anschaulich und kundig erläuterte er bei den Führungen die alten Bräuche wie die Tschättermusik, die Maskenformen, das spezielle Gewand und die strengen Regeln der Zunftbrüder.

Stimmungsvoll bei Einbruch der Dunkelheit zog eine Lehrerband der Musikschule Region Laufenburg mit rockig-jazzigen Sound und populären Stücken wie "Pink Panther" die Nachtschwärmer auf der Brücke an. Am Stand der Initiative Mit.dabei.Fricktal wurde der Laufenplatz zum belebten multikulturellen Treffpunkt. Die Steelband Panskan ließ auf ihren Stahlfässern mit schwungvollen Rhythmen karibisches Flair aufkommen. Drangvolle Enge herrschte bei der Theatergruppe Wiwa, die in der Kultschüür Sequenzen aus dem Durbridge-Thriller "Plötzlich und unerwartet" spielte; knisternde Krimispannung für die Kulturbummler.

Weitere Fotos gibt es im Internet unter http://mehr.bz/kult18