SPD

Luisa Boos verzichtet auf Platz 15 der Europawahl-Liste

Jens Schmitz

Von Jens Schmitz

Fr, 07. Dezember 2018 um 11:31 Uhr

Südwest

Die frühere Generalsekretärin der Landes-SPD, Luisa Boos, verzichtet auf Platz 15 der Bundesliste für die Europawahl. Sie wolle nicht gegen die amtierende Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Evelyne Gebhardt, kandidieren.

Die frühere Generalsekretärin der Landes-SPD, Luisa Boos, verzichtet auf Platz 15 der Bundesliste für die Europawahl. In einer persönlichen Erklärung, die sie auch online veröffentlichte, kündigte sie an, sie werde den Parteivorstand bitten, sie auf Platz 25 vorzuschlagen. Sie wolle nicht gegen die amtierende Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Evelyne Gebhardt, kandidieren.

Boos war von der Landespartei hinter den beiden bisherigen Europa-Abgeordneten aus Baden-Württemberg nominiert worden, Evelyne Gebhardt und Peter Simon. Der Bundesvorstand der SPD veränderte diese Reihenfolge, vorgeblich mit dem Ziel, die Liste "jünger und weiblicher" zu gestalten. Er schlug die 34-jährige Boos auf Platz 15 vor, Gebhardt (64) und Simon (51) auf den aussichtslosen Plätzen 25 und 28.

Chancen für Simon gering

In Abstimmung mit dem neuen Landesvorsitzenden Andreas Stoch habe sie sich bislang nicht öffentlich geäußert, schreibt Boos an den Landes- und den Parteivorstand. Nachdem Gebhardt angekündigt habe, sich in jedem Fall um Platz 15 zu bewerben, wolle sie sich nun aber erklären. "Ich möchte unter diesen Umständen nicht auf Platz 15 der Bundesliste kandidieren und bitte den Parteivorstand darum, mich auf den ursprünglich vorgesehenen Platz 25 vorzuschlagen", schreibt Boos. Sie wolle ihren Listenplatz nicht gegen "die von mir politisch und menschlich sehr geschätzte" Genossin ihres Landesverbandes verteidigen. Gleichwohl stehe zu befürchten, dass mit diesem Rücktausch die Chance sehr gering sei, einen zweiten aussichtsreichen Platz für Simon zu erreichen.

"Ich danke Peter Simon für den intensiven und respektvollen Austausch in den letzten beiden Wochen", fügte Boos hinzu. "Ein solcher Umgang würde unseren Landesverband insgesamt voranbringen, im Gegensatz zu manchem, was ich in den letzten Wochen erlebt habe." Einem Führungswechsel beim jüngsten Landesparteitag Ende November waren teils heftige Flügelkämpfe vorausgegangen.

Der neue Chef der Landes-SPD, Andreas Stoch, erklärte, Boos" Schritt verdiene großen Respekt. "Ich bin ihr dafür sehr dankbar. Wir werden weiter mit aller Kraft gemeinsam für eine bessere Platzierung für Peter Simon kämpfen." Aufgrund der Interessen anderer Landesverbände bleibe es aber äußerst schwierig, Verbündete dafür zu finden. "Gewissheit haben wir erst am Sonntag." Die SPD will ihre endgültige Kandidatenliste dann bei einer Delegiertenkonferenz in Berlin beschließen.