Nachts in alten Gemäuern

Aaron Kurz

Von Aaron Kurz

So, 02. September 2018

Freiburg

Der Sonntag Der Tag des offenen Denkmals beginnt dieses Jahr in Freiburg schon am Samstagabend.

Das kommende Wochenende steht in Freiburg ganz im Zeichen des Denkmalschutzes und Europas: Am Samstag beginnt um 18 Uhr die Nacht des offenen Denkmals mit dem Motto: "Entdecken, was uns verbindet". 50 Denkmäler öffnen am Samstag und sechs am Sonntag ihre Pforten, bei kostenlosen Führungen werden Hintergründe erklärt.

Das Historische Kaufhaus beim Münsterplatz kennt jeder, aber wer kennt die Geschichte des im 14. Jahrhundert errichteten Gebäudes? Die Nacht des offenen Denkmals bietet die Möglichkeit, mehr zu erfahren. Während der 25. Tag des offenen Denkmals am Sonntag in zahlreichen Städten in Deutschland stattfindet, gibt es die Nacht des offenen Denkmals in Baden-Württemberg erst seit vier Jahren. Dieses Jahr findet sie erstmals in Freiburg statt.

Das Landesdenkmalamt bietet in Zusammenarbeit mit der Stadt Freiburg Führungen zu bekannten Denkmälern wie dem Colombischlössle, dem neuen Rathaus oder der Wiwilibrücke an. Auch nicht öffentliche Objekte wie das Schloss Munzingen oder die Kapelle der Dominikaner bei der Kirche St. Martin können in den Abendstunden besichtigt werden. Beleuchtete Kegel weisen auf die Gebäude hin, die zum Programm der Denkmalnacht gehören. Neben den Führungen werden auch Fahrten mit der historischen Freiburger Straßenbahn angeboten.

Zum Abschluss laden die Veranstalter ab 22 Uhr zu einem "Get-together" im Adelhauser Kloster. Bei Live-Musik, Essen und Trinken können sich die Besucher austauschen.

Der Eintritt und alle Führungen sind kostenfrei, wegen begrenztem Platz braucht man für die meisten Führungen trotzdem Tickets, die am Samstag ab 15 Uhr an einem Informationsstand am historischen Kaufhaus zu erhalten sind.

Da dieses Jahr das europäische Kulturerbejahr ist, hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sich für das Motto "Entdecken, was uns verbindet" entschieden. Damit wollen die Initiatoren auf europäische Einflüsse in deutschen Städten aufmerksam machen. Die Herkunft von Handwerkstechniken, Baumaterialien und Stilelementen der Denkmäler spielt bei den Führungen eine zentrale Rolle. Freiburg habe sich als Austragungsort der Nacht des offenen Denkmals bei diesem Thema angeboten. Als "Hauptstadt des Dreiländerecks" sei es eine Stadt, die "europäische Einflüsse im Alltag und in der Denkmallandschaft spiegelt", sagt Claus Wolf, Präsident des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg. Die Idee, den Tag des offenen Denkmals um die Nacht zu erweitern, ist entstanden, weil die "besondere Atmosphäre der Dämmerung alles gleichzeitig entspannter und spannender" macht, sagt Wolf. Viele Denkmäler werden in bunter Beleuchtung präsentiert, so auch das Adelhauser Kloster.

Der Tag des offenen Denkmals kommt laut Wolf gut an. Es sei eine wichtige Veranstaltung, da sie öffentliches Interesse auf die Belange der Denkmalpflege lenke. "Wir freuen uns auf die nächsten 25 Jahre."
Tickets für die Nacht des offenen Denkmals gibt es am Samstag, 8. September, ab 15 Uhr beim historischen Kaufhaus am Münsterplatz. Infos, auch zu den Führungen am Sonntag, unter http://www.denkmalpflege-bw.de