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14. Juli 2014 19:57 Uhr

Rheintalbahn

Offenburg soll Eisenbahntunnel mit zwei Röhren bekommen

Ein Milliardenprojekt soll es werden, sieben Kilometer lang, mit zwei Röhren: Es fehlt nur noch das Ja des Bundestages – dann steht fest, dass Offenburg untertunnelt wird.

  1. Mit der Eisenbahn unter Offenburg hindurch – das kann Realität werden. Foto: fotolia.com/Adamus 

Der Projektbeirat Rheintalbahn hat sich am Montag in Berlin für die Planung eines rund sieben Kilometer langen zweiröhrigen Tunnels durch Offenburg ausgesprochen. Der Tunnel soll für maximal Tempo 120 ausgelegt sein. BZ-Informationen zufolge soll ein zweistelliger Millionenbetrag für die Planung freigegeben werden. Laut Bundesverkehrsministerium werde sich die Bundesregierung "rechtzeitig" um einen entsprechenden Beschluss des Bundestages bemühen.

"Das ist ein ganz wichtiger Meilenstein für dieses Projekt." Pressemitteilung
Die Sitzung in Berlin dauerte länger als geplant und verlor sich dem Vernehmen nach auch stärker in Details als erwartet. Für Offenburg endete die neunte Runde des Projektbeirats indes mit einer positiven Botschaft: "Der Projektbeirat hat sich im Sinne der Offenburger Bevölkerung für einen zweiröhrigen Tunnel ausgesprochen," gaben der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Michael Odenwald, und Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann am Dienstagnachmittag per Presseerklärung bekannt. Beide ließen darin zudem verlauten: "Das ist ein ganz wichtiger Meilenstein für dieses Projekt. Wir bitten den Bundestag, den dafür notwendigen Beschluss zu fassen." Mit der jüngsten Wende ist auch eine weitere Abkehr von der A 3-Trasse verbunden, die zwar als nicht genehmigungsfähig eingestuft, beim Eisenbahnbundesamt aber formal immer noch Planungsgrundlage ist.

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Die Finanzierung ist bereits ein Thema

Auch wenn in der offiziellen Erklärung von Geld nicht dir Rede ist, so war offenbar am Dienstag auch die Finanzierung der Planung bereits Thema. Angeblich soll im Bundestag durchgesetzt werden, dass ein zweistelliger Millionenbetrag für die Planung freigegeben wird. Nach BZ-Informationen aus Bahnkreisen werden bei Projekten wie dem Ausbau der Rheintalbahn rund acht bis zehn Prozent der Gesamtkosten allein für die Planung und Öffentlichkeitsarbeit angesetzt. Bei einem Milliardenprojekt wie dem Offenburger Bahntunnel kommen also schnell 80 bis 100 Millionen Euro zusammen. Auch die immer wieder seitens des Bundes angesprochene Forderung nach einer finanziellen Beteiligung des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Offenburg am Tunnelprojekt war in der neunten Projektbeiratsrunde am Montag Thema.

Das Land hatte freilich schon immer deutlich gemacht, dass es sich nur an echten Mehrkosten beteiligen würde. Da die von der Bahn bisher verfolgte Bündelungstrasse A 3 aber laut Regierungspräsidium Freiburg gar nicht genehmigungsfähig ist, muss die Bahn ohnehin neu planen – Mehrkosten gibt es also nicht. Auch dass eine Stadt für ein Bahnprojekt in ihre Kasse greifen soll, wäre ein Novum. Allein für die zwei Röhren und eine Auslegung auf Tempo 120 werden in den bisherigen Kostenschätzungen 1,09 Milliarden Euro veranschlagt, das sind 150 Millionen mehr als bei einem einröhrigen Tunnel.

Nächster Knackpunkt ist die Strecke zwischen Offenburg und Riegel

Offenburgs Oberbürgermeisterin Schreiner wertete die Entscheidung vom Montag zwar als Erfolg für Offenburg. Zu weitergehenden Äußerungen war sie allerdings nicht bereit. Auch Landrat Frank Scherer gab sich zugeknöpft und ließ lediglich über seine Pressestelle verlauten, dass er mit dem Ergebnis zufrieden sei.

In der nächsten Sitzung des Projektbeirats soll es um die Trassenführung südlich von Offenburg bis Riegel gehen. Knackpunkt ist die Frage, ob die Bündelungstrasse weiterverfolgt, oder doch eine Autobahnparallele gebaut wird.

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Autor: Helmut Seller