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27. Juli 2012

Pipeline ist im Branchenvergleich top

Roche steigert seinen Umsatz im ersten Halbjahr um drei Prozent und sieht sich auf gutem Weg.

  1. Roche wächst schneller als der Markt und sieht sich auf Kurs. Foto: Roche

BASEL. Der Basler Pharma- und Diagnostikakonzern Roche sieht sich auf einem guten Weg, die Jahresziele zu erreichen, sagte der Chief Executive Officer (CEO) Severin Schwan gestern vor Medien in Basel. Der Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten in Franken gerechnet um drei Prozent auf 22,4 Milliarden Franken. Damit wachse der Konzern schneller als der Markt, so Schwan. Dass der Reingewinn dennoch um rund 17 Prozent auf rund 4,4 Milliarden Franken gesunken ist, begründete der CEO vor allem mit Folgekosten der Schließung des Standorts Nutley in den USA, weiteren globalen Restrukturierungsplänen und Abschreibungen auf ein zuletzt noch während der klinischen Studien eingestelltes Herzmedikament; andrerseits soll die bereits im Juni angekündigte Schließung des Standortes an der Ostküste der USA, mit der auch rund 1000 Arbeitsplätze entfallen, jährlich rund 370 Millionen Franken sparen und trage nicht zuletzt zur Konsolidierung der Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Europa bei; davon profitiert im übrigen auch Basel.

Das Wachstum verortet Roche dieser Tage indes vor allem außerhalb Europas, insbesondere in den USA und in den Schwellenländern. In Europa spüre der Konzern dagegen einen anhaltenden Preisdruck und die Folgen der Staatsschuldenkrise; gleichwohl seien "gute Fortschritte" gemacht worden beim Ausgleich ausstehender Forderungen in Südeuropa. Die Lage habe sich durch die Reduktion dieser Außenstände um rund 600 Millionen Franken "entschärft", betonte Finanzchef Alan Hippe. Damit beliefen sich die Außenstände aktuell noch auf rund 1,5 Milliarden Franken. Positiv sei die Entwicklung vor allem in Spanien und Italien gewesen. Die Versorgung der Patienten mit Roche-Medikamenten sei im übrigen bislang nie unterbrochen worden. Auch in kriselnden Staaten wie Spanien oder Griechenland sei immer eine Lösung gefunden worden. "Die Versorgung mit unseren Medikamenten ist gewährleistet", bekräftigte Schwan.

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Der Optimismus des Vorstands hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Konzerns beruht vor allem auf der vergleichsweise gut gefüllten Pipeline; derzeit befänden sich 72 Wirkstoffe in der klinischen Entwicklung. Damit verfüge Roche über "eine der führenden Pipelines der Branche", betonte Schwan.Von besonderer Bedeutung ist für den CEO zudem das neue Medikament Perjeta gegen Brustkrebs, das in den USA im Juni auf den Markt gebracht wurde, und dem ein Milliardenumsatz (Blockbuster) zugetraut wird.

Genährt wird der Optimismus zudem durch die strategische Aufstellung des Konzerns und die Fokussierung auf "hochinnovative Mittel", wie Schwan das nennt. Wenn das Geld in den Gesundheitssystemen knapper werde, wie derzeit, flößen diese knappen Mittel seiner Einschätzung nach vor allem dahin, wo der Nutzen am Größten ist. Indes erspare auch das nicht die Diskussion über angemessene Medikamentenpreise. Da müsse letztlich ein "vernünftiger Konsens" zwischen Industrie, Politik und Gesellschaft ermittelt werden. Doch gebe es einen echten Nutzen, seien die Gesellschaften seiner Erfahrung nach bereit, die Kosten zu übernehmen. Gleichwohl müssten sich alle Gesellschaften darauf einstellen, "dass Gesundheitskosten steigen werden", prognostiziert der Roche-Chef.

Autor: Michael Baas