Baden-Baden / Freudenstadt

Schwarzwaldhochstraße soll wieder Touristenziel werden

dpa

Von dpa

Do, 09. Februar 2017 um 00:01 Uhr

Südwest

Die älteste deutsche Panoramastraße soll den Glanz früherer Jahre zurückbekommen: Die Schwarzwaldhochstraße soll moderner, komfortabler und für Touristen interessanter werden.

Das sieht ein Plan vor, der am Mittwoch im Ortenaukreis vorgestellt wurde. Der Bedarf ist da – in den vergangenen Jahren hatten mehrere Hotels und Restaurants entlang der Route geschlossen."Sie ist etwas ins Alter gekommen", sagt Claus Haberecht vom Landratsamt Rastatt.

Die 60 Kilometer lange Schwarzwaldhochstraße führt von Baden-Baden im Norden nach Freudenstadt im Süden. Die Strecke verläuft zum Teil in mehr als 1000 Metern Höhe über dem Meeresspiegel – und bietet bei klarem Wetter Ausblicke in die benachbarten Vogesen. Das mittlerweile geschlossene Schlosshotel Bühlerhöhe, das an der Straße liegt, beherbergte Staatsmänner und Millionäre – und wartet seit Jahren auf seine Sanierung und Wiedereröffnung. Andere Gebäude, etwa am Hundseck oder das Kurhaus Sand, sind seit Jahren dem Verfall preisgegeben.

Der neue Plan, der im Auftrag der Stadt- und Landkreise Baden-Baden, Freudenstadt, Ortenaukreis und Rastatt erstellt wurde, soll die Straße als Touristenziel wiederbeleben. Er sieht beispielsweise neue Übernachtungsmöglichkeiten für Familien und Wanderer, Angebote für E-Mobilität und mehr Komfort für Tagesgäste vor, wie die Organisatoren bei der Vorstellung des Plans mitteilten. Die Straße, betonten die Initiatoren, sei mit mehr als 1,5 Millionen Besuchern im Jahr immer noch ein touristisches Markenzeichen für den Schwarzwald.

Heinz-Dieter Quack, der mit seinem Planungsbüro das Konzept für die Schwarzwaldhochstraße erarbeitet hat, sprach von einem leichten Wachstum der Übernachtungen seit 2006. Gleichzeitig seien aber Betten abgebaut worden, und die Zahl der Übernachtungsbetriebe sei deutlich gesunken. Nur in Einzelfällen bestehe Bedarf für Neubauten – weniger für Hotelgäste, eher für besondere Zielgruppen wie Fernwanderer. Nötig seien auch barrierefreie Rastmöglichkeiten und ein neues Verkehrskonzept, zum Beispiel mit einer durchgehenden Busverbindung von Freudenstadt bis Baden-Baden.

Die ersten Projekte sollten bis 2020 umgesetzt werden. In den Plan seien alle bestehenden Entwicklungskonzepte der Kreise und Gemeinden und des Nationalparks eingeflossen. "Nur wenn wir die Sache vereint angehen, klappt es", sagt Haberecht vom Landratsamt Rastatt. Was jetzt vorliege, sei noch kein Ausführungsplan. "Die spannendste Zeit kommt erst noch."