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01. September 2008
Flugunfall überschattet das Flugplatzfest
Oldtimer verunglückt / Zwei Schwerverletzte / Gastflugzeug musste kurz nach dem Start mangles Auftrieb bei Güttigheim wieder zu Boden.
MÜLLHEIM. Überschattet von einem schweren Flugunfall wurde gestern das traditionelle Flugplatzfest des Markgräfler Luftsportvereins in Müllheim. Eines der Gastflugzeuge, ein Doppeldecker, musste kurz nach dem Start um 16.45 Uhr mangels Auftrieb im Außengelände bei Güttigheim wieder zu Boden. Bei der Landung erlitten die beiden Insassen des Oldtimers schwere Verletzungen.
Das Flugzeug war auf dem Rückflug zum Flughafen Mulhouse/Habsheim, wo es gemeldet ist. "Die Maschine konnte aus nicht nachvollziehbaren Gründen keine Höhe gewinnen und musste eine Außenlandung machen", erklärte dazu gestern kurz nach dem Unglück der Vorsitzende des Luftsportvereins Arno Breitenfeld. Er hatte umgehend die zuständigen Behörden für die weiteren Ermittlungen eingeschaltet. Er betonte gestern am Redaktionstelefon, dass der Unfall nichts mit dem Ablauf des eigentlichen Flugtages zu tun habe, zumal sich die Maschine im Außenbereich auf dem Heimflug befand. Und so ließ er auch spontan wissen, dass der Verein das Fest auf jeden Fall wieder veranstalten werde.Werbung
Der in Frankreich registrierte Oldtimer aus den fünfziger Jahren hatte, wie Augenzeugen berichten, nicht die notwendige Höhe erreicht. Bei der Landung am Rande einer Wiese bei Güttigheim zerbrach der Doppeldecker. Der Pilot und seine Ehefrau, beide stammen aus Müllheim, wurden schwer verletzt. Sie wurden von Augenzeugen aus dem Flugzeugwrack herausgezogen und versorgt, bis der Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes und die Schnelleinsatzgruppe vor Ort waren. Die Feuerwehren aus Britzingen und Müllheim sicherten den Brandschutz und unterstützten den Rettungsdienst bei der Versorgung der Schwerverletzten. Beide Flugzeuginsassen wurden mit Rettungshubschraubern aus Freiburg und Basel in die Universitätsklinik Freiburg geflogen. Die Kriminalpolizei hat inzwischen Ermittlungen aufgenommen, um die Unfallursache zu klären. Der Pilot gilt als erfahrener Flieger.
Das Geschehen überschattet einen für den Verein im Grunde überaus erfolgreichen Flugtag, bei dem die rund 50 Helfer alle Hände voll zu tun hatten. Immerhin verzeichnete der Markgräfler Luftsportverein einen Besucherrekord. Noch nie waren so viele Gäste zu dem traditionellen Flugplatzfest gekommen, so Arno Breitenfeld. So viele waren es, dass dem Verein gar das Essen ausging. Viele Menschen nutzten die Gelegenheit, um bei ausgezeichneter Sicht das Markgräflerland aus der Vogelperspektive zu erkunden. Für die Rundflüge hatte der Verein eine Vielzahl von viersitzigen Motorflugzeugen bereit gestellt. Wegen der großen Nachfrage herrschte auf der Start- und Landebahn den ganzen Tag über reges Treiben.
Zwei Doppeldecker, einer davon war die spätere Unfallmaschine, ernteten beim Tag der offenen Tür die größte Aufmerksamkeit. Dass die Besucher, die kurz nach dem offiziellen Beginn auf das Gelände kamen, gleich eine Vielzahl von Flugzeugen zu sehen bekamen, war den über 30 Piloten zu verdanken, die bereits am Samstag zum Teil von weit her zum "Fly in" nach Müllheim gekommen waren, um einen gemütlichen Abend in Fliegerkreisen zu erleben. Sie kamen unter anderem aus Heubach Blaubeuren, Kehl und Trier. Die weiteste Anreise hatte ein Gastpilot aus Hamburg.
Autor: Volker Münch
