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19. August 2012 14:11 Uhr

Team Telekom

Staatsanwaltschaft Freiburg stellt Verfahren gegen Dopingärzte Schmid und Heinrich ein

Kein hinreichender Verdacht: So begründet die Staatsanwaltschaft Freiburg die Einstellung des Verfahrens gegen die Ex-Telekom-Mediziner Andreas Schmid und Lothar Heinrich wegen Dopings.

  1. Andreas Schmid (l.) und Lothar Heinrich. Foto: ddp

Mehr als fünf Jahre lang hatte die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz ermittelt. Die früheren Sportmediziner der Freiburger Universitätsklinik hatten ihre Mitwirkung am systematischen Doping beim Radsportteam Telekom/T-Mobile auch schon im Jahr 2007 selbst eingeräumt.

Gleichwohl sieht der ermittelnde Oberstaatsanwalt Christoph Frank keine Handhabe, Anklage gegen Schmid und Heinrich zu erheben. In der 21 Seiten langen Verfügung, die das Datum vom 17. Juli trägt, begründet Frank seine Entscheidung. Sie liegt der Badischen Zeitung vor. Teilweise seien die Vorwürfe verjährt, auch hätten die Radprofis ihre Zustimmung zum Doping gegeben und seien nicht geschädigt worden. In einigen Fällen seien genaue Tatzeiten und Tatorte nicht zu ermitteln gewesen.

Wolfgang Maier, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Freiburg, wollte die Einstellung, über die auch das Nachrichtenmagazin Spiegel in seiner Montagsausgabe berichtet, am Sonntag nicht kommentieren. "Ich will die Angaben weder bestätigen noch dementieren", sagte er. Christoph Frank, der das Verfahren geleitet hatte, sei gegenwärtig in Urlaub. Frank habe allerdings vor, "in der zweiten Septemberwoche eine Pressekonferenz zu diesem Verfahren abzuhalten".

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Lebensbedrohlicher Zwischenfall bei Sinkewitz

Der Heidelberger Doping-Bekämpfer Werner Franke hatte die Ermittlungen gegen Schmid und Heinrich im Mai 2007 mit mehreren Anzeigen erzwungen. Er zeigte sich auf Anfrage der BZ nicht überrascht, dass die Freiburger Behörde auf eine Anklage und einen Prozess verzichten will. "In Deutschland ist es so, dass noch niemals ein westdeutscher Sportmediziner oder überhaupt ein Mediziner wegen Arzneimittelvergehen im Zusammenhang mit Doping zu mehr als einer kleinen Geldstrafe verurteilt wurde", sagte Franke. Die Einstellung bestätige ihn in seiner Erkenntnis, "dass in Deutschland jeder dopen darf, wie er will, und noch dazu seine Approbation als Arzt behält".

Auch die Tatsache, dass es beim Eigenblutdoping des damaligen T-Mobile-Radprofis Patrik Sinkewitz im Jahr 2006 in den Räumen der Uniklinik zu einem lebensbedrohlichen Zwischenfall kam, wird nun nicht vor Gericht verhandelt. "Lediglich glücklichen Umständen" sei es zu verdanken gewesen, dass Sinkewitz keine gesundheitlichen Schäden erlitten habe, sagte Oberstaatsanwalt Frank laut Spiegel.

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Autor: Andreas Strepenick


12 Kommentare

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Florian Engels

Registriert seit: 22.12.2009

Kommentare: 286

19. August 2012 - 15:40 Uhr

Soll das ein Witz sein?

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Jürgen Arnemann  

Jürgen Arnemann

Registriert seit: 05.11.2009

Kommentare: 325

19. August 2012 - 16:23 Uhr

Also, wenn der Sportler seine Zustimmung gibt ist das Dopen
schon für den Richter völlig in Ordnung?

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Luzian Löffler  

Luzian Löffler

Registriert seit: 12.02.2010

Kommentare: 407

19. August 2012 - 17:00 Uhr

Na denn... dann stehen die Chancen gut, dass "wir" wohl bald wieder einen Tour de France - Sieger haben und bei den kommenden Olympischen Spielen die Schwimmer wieder Gold holen werden!

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Thomas Kaufmann

Registriert seit: 25.02.2010

Kommentare: 465

19. August 2012 - 17:13 Uhr

Sehr geehrter Herr Löffler, es fehlt aber noch an der Moral der Sportler der BRD, die sich heute auch mit dritten oder vierten Plätzen zufrieden geben. Unsere Sportfunktionäre, Kader und Sportler damals hätten sich jedenfalls nicht mit vierten Plätzen begnügt. Das zeigt doch wieder einmal das damals weit überlegene System gegenüber der BRD.

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Gelöschter Nutzer #914291

Registriert seit: 30.03.2012

Kommentare: 629

19. August 2012 - 18:30 Uhr

Naja, mit dem richtigen (teuren) Anwalt an der Seite,
einer Aufwandsentschädigung in die Staatskasse und der Auflage,
eine relativ geringen Spende an eine wohltätige Organisation zu leisten, werden solche Verfahren vonseiten der Staatsanwaltschaft schon ab und zu mal eingestellt.
Nennt sich, glaube ich, Deal.

Die Meldung des Spiegel und die Kommentare dazu,
hier http://www.spiegel.de/sport/sonst/doping-im-radsport-keine-anklage-gegen-freiburger-aerzte-a-850669.html

Und dann gibt's ja noch das nette, alte Sprichwort:
'Vor dem Gesetz sind alle gleich, manche halt doch gleicher.'

Und BZ:
Bevor Sie mit der *ed. unbewiesene Tatsachenbehauptung*s-Keule schwingen, dürfen Sie mich gern kontaktieren, ich schildere Ihnen dann mal einen Fall, in dem das genau so war !
Vielleicht erwacht ja dann Ihr bislang nicht sonderlich ausgeprägter investigativer Spürsinn.

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Gelöschter Nutzer #914291

Registriert seit: 30.03.2012

Kommentare: 629

19. August 2012 - 18:37 Uhr

@ Herr Arnemann

"Also, wenn der Sportler seine Zustimmung gibt ist das Dopen
schon für den Richter völlig in Ordnung?"

Wenn der Staatsanwalt erst gar keine Anklage erhebt, wird der Richter auch kein Urteil sprechen.

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Luzian Löffler  

Luzian Löffler

Registriert seit: 12.02.2010

Kommentare: 407

19. August 2012 - 19:21 Uhr

Herr Kaufmann, die Sportler "des damals überlegenen Systems" bezahlen dies heute mit Tumoren, Krebs und Schäden an Leber, Niere und einigen anderen Organen.
Wollen Sie dieses "überlegene System" zurück?

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Joachim Pape

Registriert seit: 04.12.2009

Kommentare: 638

19. August 2012 - 20:08 Uhr

@Luzian Löffler

Also war auch schon das Westdoping besser, weil mit weniger Nebenwirkungen?

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Luzian Löffler  

Luzian Löffler

Registriert seit: 12.02.2010

Kommentare: 407

20. August 2012 - 00:07 Uhr

Hat das jemand behauptet?

Jedenfalls war das Doping von Keul / Klümper und Co nicht so erfolgreich.

Marita Kochs Weltrekord über die 400 Meter hält schon ein viertel Jahrhundert - und wird das halbe Jahrhundert sicherlich auch noch überleben.

Der Zuschauer muss sich darüber im Klaren sein: Will man sich mit China oder den USA in den Medaillen vergleichen, muss auch die Doping-Einstellung vergleichbar werden. Egal ob auf dem Niveau von China oder von uns.

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Gelöschter Nutzer #914291

Registriert seit: 30.03.2012

Kommentare: 629

20. August 2012 - 01:17 Uhr

Herr Kaufmann,

als, wie sie selbst an anderer Stelle aussagten, stets mobiler und auf schnelle Verbindungen angewiesener Unternehmer, der Unmengen Angestellter hat, deren Steuerabgaben Sie ja zahlen.... ok, back to topic:

Ihre Aussage "Unsere Sportfunktionäre, Kader und Sportler damals hätten sich jedenfalls nicht mit vierten Plätzen begnügt." läßt zumindest darauf schließen, daß Sie aus der 'ehemaligen Bruderrepublik' stammen, und dann halt Ihr Glück im Westen gesucht und gefunden haben....sei Ihnen gegönnt.

wollen Sie wirklich die DDR zurück ????

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Thomas Kaufmann

Registriert seit: 25.02.2010

Kommentare: 465

20. August 2012 - 13:06 Uhr

Herr Kratzer, ich verstehe nicht, was Sie damit bezwecken wollen meine Tätigkeit als Geschäftsführer an dieser Stelle hervorzuheben? Denken Sie, daß ich über den Kapitalismus glücklicher als damals im Kombinat bin? Unsere Werkstätigen hatten eine sichere Arbeit, waren fleißig, zuverlässig und lebten in Frieden

Schauen Sie sich unsere sportlichen Leistungen damals an. Heute, durch den Einfluß des Westens, ist es schwer zuverlässige Arbeitskräfte zu finden, deren Gehirne schon so aufgeweicht sind und selbst einfache Dinge wie Kopfrechnen nicht mehr möglich sind.

Im Übrigen ist es eine typische, vom Westen gesteuerte Propaganda, daß unsere Sportler damals derartige Schäden durch unser fortschrittliches Training bekamen, wie hier vorgeworfen wird!

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Luzian Löffler  

Luzian Löffler

Registriert seit: 12.02.2010

Kommentare: 407

20. August 2012 - 14:29 Uhr

Die DDR-Doping-Praktiken und deren Opfer mit "fortschrittlichem Training" zu betitel ist ein Hohn!

"Wenn ich tot bin, tut es wenigstens nicht mehr weh."
"Ich bin zum Erfolg getreten worden! Wir mussten mit Schmerzen trainieren, zur Not wurde gespritzt."

http://www.noz.de/artikel/49729449/ddr-doping-opfer-ich-haette-lieber-eine-kindheit-gehabt

oder:

"Eine von rund 10.000 Athletinnen und Athleten, die von 1974 bis zum Fall der Mauer mit Testosteronpillen wie Oral-Turinabol gedopt wurden. Bei ihr und vielen anderen Sportlern hinterließ das Doping schwere gesundheitliche und psychische Schäden..."

http://www.planet-wissen.de/sport_freizeit/olympische_spiele/doping/doping_krieger.jsp

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