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05. September 2010 20:11 Uhr

Bahnprojekt

Stuttgart 21: Gegner wollen nur bei Abrissstopp reden

Die Parkschützer stellen Bedingungen. Ohne einen sofortigen Abrissstopp am Hauptbahnhof wollen sie nicht am Spitzengespräch von Befürwortern und Gegnern des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 teilnehmen.

  1. Der Protest gegen Stuttgart 21 geht weiter. Foto: dpa

Der von Bahn-Chef Rüdiger Grube und Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) als "Geste" angebotene Baustopp nur während des für Freitag geplanten Gipfels sei "eine Farce", sagte ein Sprecher der "Parkschützer" am Sonntagabend. Wenn der Abriss des Nordflügels des Bahnhofs in der momentanen Geschwindigkeit weiterlaufe, sei er bis Freitag komplett zerstört. "Es ist eine Frechheit, dass Politik und Bahn die Bürger so abspeisen wollen", sagte Matthias von Hermann.

Derweil wird "Stuttgart 21"in Baden-Württemberg mehr und mehr zum Wahlkampfthema. Dabei wird das Fell des Bären schon verteilt, bevor er überhaupt erlegt ist. Falls SPD und Grüne nach der Wahl die Regierung bilden können, wäre Stuttgart 21 ein Konfliktthema für mögliche Koalitionsverhandlungen: Die Grünen warnten die SPD am Sonntag davor, den Widerstand aus ihrer Partei gegen das Bahnprojekt zu unterschätzen. Stuttgart 21 wäre eine Kernthema bei möglichen Verhandlungen. "Wir werden keine Koalition eingehen, in der Kernforderungen von uns nicht erfüllt werden", teilten Parteichefin Silke Krebs und Fraktionschef Winfried Kretschmann mit.

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SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel hingegen ist überzeugt davon, dass auch die Grünen den Bau des unterirdischen Hauptbahnhofs letztlich akzeptieren. Eine mögliche rot-grüne Landesregierung werde an diesem Thema nicht scheitern. SPD und Grüne könnten laut einer aktuellen Umfrage bei der Landtagswahl im März nach über 50 Jahren gemeinsam die CDU aus der Regierung verbannen.

Die Polizei richtet sich wegen der anhaltenden Bürgerproteste gegen Stuttgart 21 auf einen langwierigen Ausnahmezustand ein.

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Autor: dpa