Raum Stuttgart

Feuerwehr nach schwerem Unwetter im Südwesten im Dauereinsatz

dpa

Von dpa

Di, 12. Juni 2018 um 07:38 Uhr

Südwest

Regen, Gewitter und noch mehr Regen: Auch am Montagabend hatten die Feuerwehren im Südwesten zahlreiche Einsätze. Nicht nur Straßen wurden überflutet. Am Dienstag soll es neue Unwetter geben.

Nach erneut starken Unwettern in Baden-Württemberg sind die Feuerwehren in der Nacht zum Dienstag teilweise noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt. "Wir werden mit Sicherheit noch ein paar Stunden im Einsatz sein", sagte ein Sprecher der Feuerwehr Esslingen am frühen Dienstagmorgen.

Über den Landkreis Esslingen war am Montagabend ein heftiges Unwetter gezogen – wie über weitere Teile Baden-Württembergs. Straßen wurden überflutet und Keller liefen voll. Besonders betroffen waren Regionen südlich und westlich von Stuttgart.

Für Dienstag rechnen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Baden-Württemberg wieder mit Unwettern. Bereits am Vormittag soll es im Westen erste Schauer und Gewitter geben, teilte der DWD auf seiner Website mit. Ab Mittag seien Gewitter überall möglich, zum Teil auch Unwetter mit Starkregen.

Mann musste aus mit Wasser vollgelaufenen Auto befreit werden

In Kirchheim unter Teck im Landkreis Esslingen hatte die Feuerwehr am Montagabend rund 200 Einsätze. Keller, Straßen und Unterführungen seien unter Wasser gesetzt worden, sagte ein Sprecher. Ein älterer Mann musste von der Polizei aus seinem mit Wasser vollgelaufenen Auto befreit werden. Ein Polizist schlug die Scheibe des Wagens ein und wurde dabei leicht verletzt. Der Autofahrer blieb unverletzt.

Der Technikraum einer Klinik in Kirchheim war zeitweise überflutet - der Klinikbetrieb wurde davon laut Feuerwehr aber nicht beeinträchtigt. In der Gemeinde Hochdorf im selben Landkreis hatte die Feuerwehr rund 40 Einsätze. "Tiefgaragen, Keller - Wassermassen, die durch übers Ufer tretende Bäche entstanden sind", fasste ein Feuerwehrsprecher den Abend zusammen. Teilweise seien Geröll und Schotter auf die Straßen gespült worden.



In Teilen Mannheims fiel am Montagabend der Strom aus. Ursache war ein Brand in einem Umspannwerk, wie ein Polizeisprecher am Dienstag sagte. Es sei zu vermuten, dass das Feuer durch einen Blitzeinschlag ausgelöst wurde.

Der Hauptbahnhof der Stadt Reutlingen musste zwischenzeitlich wegen Überflutung gesperrt werden. Die Stadtverwaltung twitterte am Abend Fotos von überfluteten Straßen. Die Feuerwehr Reutlingen zählte bis zum frühen Dienstagmorgen 140 Einsätze.

Auch im Ostalbkreis gab es Überschwemmungen, wie ein Polizeisprecher sagte. In Lorch standen am Abend Teile der Innenstadt unter Wasser.

In und um Weinheim im Rhein-Neckar-Kreis liefen am Montagabend nach Polizeiangaben Keller voll Wasser. Es habe kleine Erdrutsche gegeben, Äste seien auf Fahrbahnen gefallen, Geröll von einem Hang gerutscht. Bei Malsch im Kreis Karlsruhe rückte die Feuerwehr etwa 20 Mal aus. Um Biberach, Ulm, Göppingen und Heidenheim gab es viele Einsätze wegen Hochwassers auf Straßen und vollgelaufenen Kellern. Auch der Bahnverkehr war betroffen - es kam zu Verspätungen.

Unwetter in weiten Teilen Baden-Württembergs hatten bereits am Montag viele Kräfte gefordert - wie auch die Tage zuvor. "Die Gemeindefeuerwehren sind schon seit Donnerstag letzter Woche täglich mit den Unwetterereignissen stark gefordert", teilte das Landratsamt Esslingen in der Nacht zu Dienstag mit.