Absichtserklärung

Telekom verspricht Gigabit-Zugänge für die Region Stuttgart

dpa

Von dpa

Mo, 02. Juli 2018 um 16:14 Uhr

Südwest

Längst beklagen sich Firmen und Bürger in der Region Stuttgart über zu langsame Internetverbindungen. Nun soll das Glasfasernetz massiv ausgebaut und die Region zum digitalen Vorzeigemodell werden.

Bis 2030 sollen 90 Prozent aller Haushalte sowie sämtliche Unternehmensstandorte in der Region Stuttgart Glasfaser-Anschlüsse und damit superschnelle Internetverbindungen erhalten. Das ist das Ziel einer Vereinbarung, die Vertreter der Region Stuttgart am Montag mit der Deutschen Telekom unterzeichnet haben. Auch der Mobilfunk soll ausgebaut und die Region als eine der ersten in Deutschland über den neuen Mobilfunkstandard 5G verfügen. Die Telekom will dafür 1,1 Milliarden Euro aufwenden; die Region beteiligt sich mit rund 500 Millionen Euro.

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn zeigte sich erleichtert über die Pläne. "Das ganze Gerede über Digitalisierung hat keinen Sinn, wenn es keine Infrastruktur dafür gibt", sagte der Grünen-Politiker bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung. "Ich war in letzter Zeit zunehmend beunruhigt, weil nur drei Prozent von Stuttgart mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet sind." Walter Rogg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart, die das Projekt federführend betreut, wertete die Vereinbarung als Meilenstein für die Digitalisierung am Hochtechnologiestandort Region Stuttgart.



In der gesamten Region liege die Versorgung mit Breitband-Internet derzeit noch bei unter einem Prozent, sagte der regionale Breitbandbeauftragten Hans-Jürgen Bahde. Die digitale Infrastruktur von morgen müsse deshalb schon heute vorangetrieben werden, forderte Roland Bernhard, Landrat des Landkreises Böblingen. "Wir sind bisher allenfalls Mittelmaß im Breitband-Ausbau." Schon längst beklagten sich die Unternehmen des Landkreises über die langsamen Internet-Verbindungen.

Diese Erfahrung hat man auch bei der IHK Region Stuttgart gemacht, deren Präsidentin Marjoke Breuning die Region angesichts des geplanten Ausbaus nun deutlich besser für die digitale Zukunft gerüstet sieht. Die IHK hatte wiederholt gewarnt, dass die Region als größtes europäisches Industriezentrum ohne leistungsfähige Breitband- und Mobilfunknetze immer mehr an Wettbewerbsfähigkeit verlieren werde.

Die Kooperation könnte jedoch vor allem auch für die Telekom wegweisend werden. Das Besondere sei, dass eine ganze Region und der Kommunikationskonzern an einem Strang zögen, sagte Telekom-Vorstandsmitglied Dirk Wössner bei der Unterzeichnung. "Stellen Sie sich vor, wir hätten mit 179 Kommunen einzeln sprechen müssen!" Stattdessen wird es in den Landkreisen und der Stadt Stuttgart in den nächsten Wochen Informationsveranstaltungen geben. Ende des Jahres sollen dann die Verträge unterzeichnet und 2019 der erste Spatenstich getan werden.