Telebasel behauptet sich

Roger Lange, sda

Von Roger Lange & sda

Do, 14. Juni 2018

Basel

Ältestes Regionalfernsehen der Schweiz besteht 25 Jahre.

Der älteste Regionalfernsehsender der Schweiz, "Telebasel", besteht seit 25 Jahren. Nach einem Versuch während der Basler Mustermesse 1989 hatten die Regionalfernsehmacher am 14. Juni 1993 als Pioniere in der Schweiz eine tagesaktuelle Sendung ausgestrahlt. Der Start wurde mit 15 Vollzeitstellen und einem Budget von 2,9 Millionen Franken unter dem Namen "Stadtkanal" gewagt. 1997 wurde der Sender in "Telebasel" umbenannt. Inhaberin der TV-Konzession und damit verantwortlich für die Inhalte ist die Stiftung, der das Kabelnetz gehört; sie heißt heute Stiftung Telebasel.

Inzwischen ist das Budget auf rund acht Millionen Franken gestiegen, wovon Konzessionsgelder seitens der Schweiz 3,2 Millionen und lokale Netzgebühren 1,6 Millionen Franken ausmachen – mit diesen zwei Gebühreneinnahmetöpfen ist Telebasel schweizweit ein Unikum. Aus Werbung und Sponsoring holt der schuldenfreie und kostendeckend arbeitende Sender weitere rund drei Millionen herein. Heute beschäftigt er 120 Personen auf rund 60 Vollzeitstellen, darunter 35 in Redaktion und Moderation. Täglich wird eine Nachrichtensendung produziert, plus Sport-, Kultur- und andere Sendungen. Im Schnitt schalten den Sender nach dessen eigenen Angaben täglich rund 90 000 Zuschauer ein.

Entstanden ist Telebasel noch in der Vor-Internet-Zeit, mit dem Bau des kantonalen Kabelnetzes. Die Stiftung erhält bis heute einen Teil der Netzeinnahmen von dessen Betreiberin UPC. Dieses Standbein bricht aber 2028 weg, wenn das Basler Netz in den Besitz der UPC übergeht und die lokalen Gebühreneinnahmen entfallen. Wie dieses Fünftel des Budgets zu ersetzen ist, weiß Stiftungspräsident Roger Thiriet laut der Agentur sda noch nicht. Weil das Internet immer wichtiger wird, hat Telebasel das Programm aber schon 2016 umgekrempelt und baut den Onlineauftritt aus. Die Strategie erweise sich nun als richtig, so Thiriet. Die Online-Nutzung lege zu, wobei das klassische TV-Publikum weniger schrumpfe als befürchtet. Doch 13 000 tägliche Online-Zuschauer sind noch keine stabile Basis. Für Thiriet ist klar, dass ein Wegfall der Kabelgebühr Kapazitäten kosten wird. Entscheidend werde dann sein, welche Sendung wie viel Werbung oder Sponsoring einspielt.