Unterbringung für Mörder aufgehoben

sda

Von sda

Mo, 03. September 2018

Aargau

17-Jährige mit Hammer getötet.

LENZBURG (sda). Die Tat liegt fast zehn Jahre zurück. Der damals Minderjährige hatte in Sessa im Tessin eine 17-jährige Vietnamesin mit einem Holzhammer erschlagen. Das Bezirksgericht Baden (Aargau) hat im Juni seine fürsorgliche Unterbringung aufgehoben. Jetzt ist er aus der Justizvollzugsanstalt Lenzburg entlassen worden. Das Bezirksgericht begründet die Freilassung mit dem Therapiefortschritt, den der Mann gemacht habe. Das Risiko, dass er wieder jemandem etwas antue, sei demnach klein.

Das Gericht ordnete zugleich eine enge Nachbetreuung an. Der Mann muss seine psychotherapeutische Behandlung fortsetzen. Zudem wird er weiterhin durch einen Beistand eng betreut. Der Entscheid sei von den Parteien nicht angefochten worden, heißt es in der Mitteilung des Gerichtes weiter.

Der Mann war 2013 wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt worden – die Höchststrafe im Jugendrecht. Nachdem der Täter diese Freiheitsstrafe verbüßt hatte, wurde 2015 eine fürsorgliche Unterbringung angeordnet. Es handelt sich dabei nicht um eine Strafe, sondern um eine zivilrechtliche Anordnung, wenn für eine Person, die an einer psychischen Störung oder Behinderung leidet oder schwer verwahrlost ist, die nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders gewährleistet werden kann.

Flucht aus der Klinik in Königsfelden

Der Mann war im Frühling 2016 aus der Psychiatrischen Klinik Königsfelden geflüchtet. Er wurde nach knapp einer Woche von der deutschen Polizei in der Nähe von Stuttgart gefasst. Daraufhin wurde er in die Justizvollzugsanstalt Lenzburg gebracht. Seine Mutter hatte ihm zur Flucht verholfen, indem sie ihm Werkzeuge beschafft hatte. Sie wurden wegen Fluchthilfe zu einer bedingten Geldstrafe und einer Buße verurteilt.