Langzeit-Vermisstenfall

Vermisste Maria H. aus Freiburg ist nach fünf Jahren wieder zurück bei ihrer Familie

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Fr, 31. August 2018 um 13:58 Uhr

Freiburg

Sie war 1944 Tage vermisst: Anfang Mai 2013 verschwand die damals 13-jährige Maria H. aus Freiburg. Seit vergangener Nacht ist das Mädchen zurück bei ihrer Familie. Die Polizei will sie in der kommenden Woche vernehmen. Zu Bernhard H., dem Mann mit dem Maria verschwand, gibt es keine neuen Erkenntnisse.

Es ist eine spektakuläre und gute Nachricht, welche die Mutter Monika Beisler am Freitagmorgen auf Facebook veröffentlichte: "Maria ist seit letzter Nacht wieder zu Hause", steht da zu lesen.

Freunde der Familie holten Maria in Mailand ab

Die heute 18-Jährige habe über Facebook Kontakt zu ihrer Familie gesucht. Freunde der Familie hätten sie dann in der Nacht aus Mailand abgeholt. "1944 Tage … es ist mir und meiner Familie ein sehr großes Bedürfnis euch direkt als zweites (nach der Polizei) zu informieren", heißt es in dem Facebook-Post von Monika Beisler. Beisler bedankt sich außerdem bei ihren Facebook-Kontakten, den Ermittlungsbehörden und den Medien.

"Es gibt heute keine glücklichere Familie als unsere!!!!" Monika Beisler hatte auch über die Facebook-Seite "Bitte findet Maria" intensiv versucht, das Mädchen zu finden. Weiter will sich die Mutter derzeit nicht äußern.

Polizei will Maria in der kommenden Woche vernehmen

Die Nachricht der Mutter hat die Freiburger Polizei mittlerweile bestätigt. "Es handelt sich um Maria und sie ist körperlich wohlauf", so Polizeisprecher Jerry Clark gegenüber der Badischen Zeitung. In der kommenden Woche will die Kripo sie dann vernehmen, um zu erfahren, wie das Mädchen die vergangenen fünf Jahre verbracht hat.

Anfang Mai 2013 verschwand Maria H.

In der Nacht vom 4. auf den 5. Mai 2013 war Maria H. bei der Polizei vermisst gemeldet worden. Sie soll mit dem damals 53-jährigen Bernhard H. aus Blomberg in Nordrhein-Westfalen untergetaucht sein. Das Mädchen hatte H. im Internet kennengelernt; H. hatte sich im Chat als Teenager ausgegeben. Vor ihrem Verschwinden hatten sich die Beiden mehrmals heimlich in Freiburger Hotels getroffen. Die eigene Ehefrau hatte H. zuvor schon angezeigt, weil er sich im Netz an Minderjährige heranmachte.

Nach Maria H. war seither europaweit gesucht worden, anfangs durch ein Großaufgebot der Polizei. Es gab immer wieder einzelne Hinweise. So sollen H. und das Mädchen mit dem silberfarbenen Skoda Octavia und dem weißen Schäferhund, der mit dabei war, im Sommer 2013 mehrmals in Polen und Tschechien gesehen worden sein. Danach gab es keine konkreten Hinweise mehr. Das Auto mit gestohlenen Kennzeichen und den Hund entdeckten die Ermittler rund zwei Monate nach dem Verschwinden in einem Garten in Gorlice im Süden Polens.

Insgesamt mehr als 1000 Hinweise hat die Polizei in den fünf Jahren überprüft. Auf Bernhard H. ist 2013 ein internationaler Haftbefehl ausgestellt worden. Der Vorwurf lautet auf Kindesentziehung in einem besonders schweren Fall und sexuellen Missbrauch von Kindern. Auch nach dem 18. Geburtstag von Maria im Aprilhielt die Polizei die Fahndungsmaßnahmen aufrecht. Zum Aufenthaltsort von Bernhard H. gibt es laut Polizeisprecher Clark "kein neuen Erkenntnissen".
Die Badische Zeitung berichtet aktuell.