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03. April 2009 16:24 Uhr

Politikwissenschaft

Wenig Demonstranten wegen Obama-Faktor?

Es fällt auf: Die Zahl der Demonstranten gegen den Nato-Gipfel ist viel kleiner als erwartet und im Vergleich zu ähnlichen treffen der jüngeren Vergangenheit geradezu spärlich. Woran das liegt? Am "Obama-Faktor", sagt der Freiburger Politologe Ulrich Eith.

  1. Ulrich Eith Foto: brigitte sasse

Die Rhetorik des US-Präsidenten Barack Obama sei im Gegensatz zu zu seinem Vorgänger international auf Kooperation angelegt, sagte der Politik-Professor. Gleichzeitig seien die Erwartungen der Europäer an Obama sehr hoch. "Möglicherweise denkt der eine oder andere, dass es mit dem neuen Präsidenten besser geht" und protestiere deshalb nicht. Diese These müsse aber noch überprüft werden, so Eith.

Einen weiteren Grund, warum so wenige Protestler in Baden-Baden auf der Straße sind, sieht der Professor in der eingeschränkten Mobilität während des Gipfels. Dies könne für Kritiker des Verteidigungsbündnisses ein Hindernisgrund sein, in die Kurstadt zu fahren. Vor dem Hintergrund der Polizeivorbereitungen auf mögliche gewaltsame Auseinandersetzungen habe sich zudem wohl "eine Reihe friedlicher Demonstranten überlegt, ob sie dahin gehen".

Eine Demonstrationsmüdigkeit bei den Deutschen sieht der Professor hingegen nicht. Dafür gebe es genügend Beispiele in der jüngeren Vergangenheit: "Es gibt genug Menschen, die nicht mit der G 20 oder der Nato einverstanden sind", sagte Eith.  

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Autor: dpa