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13. Februar 2009

Die Schweiz zieht mehr Drogenkuriere an

Elf Kilo Kokain sichergestellt.

FREIBURG. Elf Kilogramm Kokain im Wert von 600 000 Euro haben Zollfahnder und Bundespolizei seit Mitte Dezember in Zügen zwischen Freiburg und Basel sichergestellt. "Das ist eine wahre Drogenwelle", sagt Sabine Kukral vom Zollfahndungsamt in Stuttgart. 13 Kokainschmuggler gingen den Ermittlern ins Netz. Die Kuriere aus Nigeria und der Dominikanischen Republik, darunter eine Frau, trugen das Rauschgift allesamt im Körper, in sogenannten Bodypacks. Die Beamten ließen die Verdächtigen röntgen und das Kokain unter ärztlicher Aufsicht ausscheiden.

Begonnen habe die Drogenwelle laut Kukral mit dem Schweizer Beitritt zum Schengen-Abkommen am 12. Dezember. "Nach den ersten Schmuggelfällen haben wir die Fahndung verstärkt", sagt sie. Kein Gepäck und zugleich viel Bargeld seien Hinweis für die Ermittler, dass es sich um Schmuggler handeln könnte. Insgesamt beschlagnahmten Zoll und Polizei bei den Kokainkurieren 3000 Euro Bargeld. Dabei handelt es sich wohl um vorgeschossenes Geld für die Kurierdienste. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Festgenommenen für unterschiedliche Drogenringe arbeiten – die alle zur organisierten Kriminalität in Westafrika gehören. Das Rauschgift stammt offenbar aus den Niederlanden.

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Abgeschreckt hätten die Festnahmen nicht, sagt Kukral. Denn der Schmuggel reiße nicht ab. Den jüngsten Ermittlungserfolg gab es am Samstagmorgen: Der Polizei fiel im Zug nach Basel in Höhe Weil am Rhein eine 29-jährige Nigerianerin auf, die Bodypacks mit Kokain nicht nur geschluckt, sondern auch vaginal eingeführt hatte. Sehr riskant: "Wenn ein Bodypack mit zehn Gramm Kokain im Körper reißt, ist die Person in Lebensgefahr", sagt der Toxikologe Professor Bela Szabo von der Uniklinik Freiburg.

Autor: Arne Bensiek