Bayer-Tochter

400 Krebskranke klagen in den USA gegen Monsanto – wegen Glyphosat

AFP

Von AFP

Do, 12. Juli 2018 um 10:34 Uhr

Wirtschaft

Das Unkrautvernichtungsmittel Roundup macht der Bayer-Tochter weiter juristische Probleme: Sein Wirkstoff Glyphosat soll krebserregend sein. Jetzt wurden über 400 Klagen zugelassen.

Die juristischen Probleme der Bayer-Tochter Monsanto in den USA wegen des Unkrautvertilgungsmittels Roundup mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat weiten sich aus. Ein Bundesrichter in San Francisco ließ am Dienstag mehr als 400 Klagen wegen möglicher krebsauslösender Wirkungen des Mittels zu – rund drei Wochen nach dem Beginn des ersten Prozesses eines Krebskranken gegen Monsanto.

Tausende Krebskranke in den USA machen den Saatgut- und Pestizidhersteller für ihr Leiden verantwortlich. Die Landwirte, Gärtner und anderen Roundup-Nutzer beschuldigen den Konzern, krebsauslösende Wirkungen des Produkts verschleiert zu haben. Monsanto, das seit Juni zu Bayer gehört, bestreitet einen Zusammenhang zwischen Glyphosat und Krebs. Das Unternehmen beruft sich dabei auf "mehr als 800 wissenschaftliche Studien". In dem bereits laufenden Prozess in San Francisco klagt der frühere Schulhausmeister Dewayne Johnson, der am Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) im Endstadium leidet, einer Form des Lymphdrüsenkrebses. Das Urteil wird für Sommer erwartet.

Mehrdeutige Beweislage

Parallel dazu befasste sich ein anderer Richter in der kalifornischen Metropole in den vergangenen Wochen mit einem Antrag von Monsanto, mehr als 400 weitere Klagen wegen NHL-Erkrankungen abzuweisen und damit Prozesse zu verhindern. Richter Vince Chhabria schmetterte den Antrag jedoch ab. Zwar sei die Beweislage "zu mehrdeutig", um den klaren Schluss zu erlauben, dass Glyphosat ein Auslöser von NHL sei, so der Richter. Dennoch sei es möglich, dass die Geschworenen in einem Prozess zu dem Schluss gelangten, dass ein Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem Mittel ausreichend belegt sei.

Chhabria nannte es eine "gewaltige Herausforderung" für die Kläger, diesen Nachweis zu führen. Bayer hatte Monsanto Anfang Juni für 63 Milliarden Dollar gekauft.