Fusion mit Karstadt rückt näher

5000 Jobs bei Kaufhof auf der Kippe

dpa

Von dpa

Do, 06. September 2018 um 18:35 Uhr

Wirtschaft

Die geplante Fusion der Warenhausketten Karstadt und Kaufhof hat die vielleicht letzte große Hürde genommen.

Die Banken haben dem Zusammenschluss der beiden Handelsketten nach Informationen der Süddeutschen Zeitung und der Deutschen Presse-Agentur zugestimmt. Schon nächste Woche könnte die Bekanntgabe der Elefantenhochzeit erfolgen.

Bei dem mit roten Zahlen kämpfenden Kaufhof sollen der Süddeutschen Zeitung zufolge im Zuge der Fusion etwa 5000 der noch verbliebenen knapp 20 000 Arbeitsplätze wegfallen. Allerdings sind diese Angaben nicht unumstritten. Eine mit den Vorgängen bei Kaufhof vertraute Person hielt die Zahl für viel zu hoch gegriffen. Die verbleibenden Mitarbeiter müssen sich dem Zeitungsbericht zufolge auf einen Sanierungstarifvertrag mit schlechteren Konditionen einstellen.

Die Gewerkschaft Verdi ist empört

Bei Beschäftigten und der Gewerkschaft Verdi sorgten die Ankündigungen dennoch für erhebliche Unruhe. Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates von Kaufhof, Uwe Hoepfl, sagte: "Es ist skandalös, als Vertretung der Beschäftigten über Medien erfahren zu müssen, dass angeblich 5000 Stellen gestrichen werden sollen". Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Karstadt, Jürgen Ettl, mahnte: "Es geht hier um Menschen." Verdi verlangte, Arbeitnehmervertreter unverzüglich in die Planungen einzubeziehen.

Der kanadische Kaufhof-Eigentümer Hudson’s Bay Company (HBC) und der österreichische Karstadt-Eigner René Benko sprechen bereits seit Juni über eine mögliche Fusion der Kaufhausketten. Ein Bankenkonsortium unter Führung der LBBW hatte dabei allerdings ein gewichtiges Wort mitzureden, weil es mit einem milliardenschweren Immobilienkredit bei HBC engagiert ist.

Die Warenhausketten leiden unter dem Siegeszug von Billiganbietern wie Primark und Online-Händlern wie Amazon oder Zalando. Ein Zusammenschluss würde den Warenhausketten Einsparungen ermöglichen. Durch die Bündelung ihrer Einkaufsmacht könnten Kaufhof und Karstadt bessere Konditionen von ihren Lieferanten bekommen. Außerdem würde eine Konzernzentrale überflüssig.