Expansion

Aargau: Novartis will 450 Arbeitsplätze in Stein bei Bad Säckingen schaffen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 27. August 2018 um 08:39 Uhr

Bad Säckingen

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis will Medienberichten zufolge weiter expandieren und in Stein – gegenüber von Bad Säckingen – eine neue Produktionsanlage errichten.

Die Firma Novartis will in Stein, gegenüber von Bad Säckingen, in den kommenden drei Jahren bis zu 450 neue Arbeitsplätze schaffen. Dazu will der Pharmakonzern bis zu 90 Millionen Franken investieren, schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung vom Montag. In Stein soll eine Produktionsanlage für innovative Zell- und Gentherapien entstehen.

Anfänglich werden rund 260 neue Stellen entstehen, mit einem Potenzial von bis zu 450 neuen Positionen im Verlauf der nächsten drei Jahre, heißt es in der Pressemitteilung. Die ersten Therapien aus Stein würden voraussichtlich Anfang 2020 für Patienten in Europa und der Schweiz verfügbar sein.

Bedeutung traditioneller Produktsionszweige nimmt ab

"Der heute kommunizierte Entscheid, eine Anlage zur Herstellung zellbasierter Therapien in Stein anzusiedeln, ist ein Beispiel dafür, wie Novartis in der Schweiz in innovative Technologien investiert", wird Matthias Leuenberger, Länderpräsident von Novartis Schweiz, in der Mitteilung zitiert. "Er zeigt auch, wie sich die Produktionslandschaft verändert. Während wir in neue, hochentwickelte Technologien investieren, wird die Bedeutung einiger traditioneller Produktionszweige abnehmen", so Leuenberger weiter.

Der Gemeindeammann von Stein, Beat Käser, zeigte sich auf Nachfrage der Badischen Zeitung am Montag erfreut über die Pläne der Novartis. "Ich habe das heute Morgen aus dem Radio erfahren. Davon wird nicht nur der Standort Stein, sondern das ganze Fricktal profitieren", sagte Käser. "Die Freude ist auch im Gemeinderat groß, gerade heute, wo oft auch Stellen gestrichen werden. Das ist eine ordentliche Investition, die zeigt, dass sich das Unternehmen in Stein wohlfühlt." Die nötigen Flächen für die Pläne seien aus seiner Sicht vorhanden. "Die Gemeinde Stein wird da nicht im Weg stehen", verspricht Beat Käser.

In der Schweiz noch nicht zugelassen

Novartis betreibt laut eigener Angaben bereits eine Produktionsanlage für Zell- und Gentherapie in Morris Plains, New Jersey. In den USA war Kymriah die erste CAR-T-Zelltherapie, die zur Behandlung der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) bei Kindern und Jugendlichen zugelassen wurde. Inzwischen ist Kymriah laut Novartis in den USA auch zur Behandlung des rezidivierenden und refraktären diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL) bei erwachsenen Patienten zugelassen. Am 23. August wurde Kymriah von der Europäischen Kommission für die Behandlung in diesen beiden Indikationen in der EU ebenfalls zugelassen. In der Schweiz ist das Medikament noch nicht zugelassen.

Am 10. Juli gab Novartis eine Vereinbarung mit dem französischen Unternehmen CELLforCURE bekannt, das den Beginn der Produktion von Zell- und Gentherapien in seiner Bio-Produktionsanlage in Les Ulis (Essone), Frankreich, sowohl für klinische Studien als auch für kommerzielle Zwecke für 2019 anvisiert.

Novartis hat das Herstellungsverfahren für Kymriah am Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie in Leipzig etabliert, das derzeit die Herstellung von Kymriah für klinische Studien weltweit und die Herstellung nach der Zulassung unterstützt, einschließlich der Mitwirkung an einigen Härtefall-Programmen ("Compassionate use program"). Der Anschluss von Stein an das Produktionsnetzwerk der Zell- und Genprodukte von Novartis unterstreiche das langfristige Bekenntnis zu dieser "bahnbrechenden therapeutischen Klasse", so Novartis in der Mitteilung vom Montag.

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