Alles soll ganz smart sein

Renate Grimming

Von Renate Grimming (dpa)

Fr, 31. August 2018

Wirtschaft

Wer die neuesten Trends in der Unterhaltungselektronik und bei Haushaltsgeräten sehen will, ist derzeit in Berlin bei der IFA richtig.

Ob Kühlschrank, Heizung, Saugroboter, Musikanlage – smart soll alles sein, also intelligent. Das behaupten die Hersteller auf der IFA. Auch in diesem Jahr dreht sich auf der Messe fast alles um vernetzte Geräte und ihre vermeintlich intelligente Steuerung per App. Die Veranstalter versprechen eine "wahre Innovationsflut". Durch die Digitalisierung haben sich selbst bei Hausgeräten wie Waschmaschinen die Produktzyklen rasant beschleunigt. Lange war von Vernetzung nur die Rede gewese
n, nun ist sie in der Realität angekommen. Dem schnellen Wandel will die Messe auch mit neuen Formaten gerecht werden. So ist eine eigene Halle unter der Marke IFA Next jungen Firmengründern mit ihren Ideen vorbehalten.

Auch das autonome Fahren wird auf der diesjährigen IFA erstmals eine größere Rolle spielen. Die Veranstalter bringen die Fachtagung "Shift Automotive" auf die Messe. Dort sollen Autohersteller und Elektronikunternehmen gemeinsam die Zukunft der Mobilität diskutieren, sagte IFA-Direktor Jens Heithecker. Das Format soll gemeinsam mit der Genfer International Motor Show zwei Mal im Jahr abwechselnd in Genf und in Berlin stattfinden. Bei der großen US-Konkurrenzmesse CES in Las Vegas spielt die Zukunft des Autos schon längst eine zentrale Rolle.

Bereits Wochen vor dem Start hatten die Veranstalter der IFA verkündet, die Messe sei komplett ausgebucht, der Platz unter dem Berliner Funkturm sei prall gefüllt. Mehr als 250 000 Besucher werden von den 1800 Ausstellern erwartet. Der Treffpunkt IFA Global Markets, auf dem Hersteller, Zulieferer und Komponentenhersteller zusammentreffen, ist in die Station Berlin am Gleisdreieck ausgelagert worden, um Platz zu schaffen. Aktuell wird an einer neuen Halle nahe dem Funkturm gebaut. Die Hub 27 soll als multifunktionale Halle mit einer Fläche von 15 000 Quadratmetern von 2019 an zur Verfügung stehen, kündigte Berlins Messechef Christian Göke an.

Die Entwicklung hin zur "intelligenten" Waschmaschine oder zum selbstständig einkaufenden Kühlschrank hat die Messe möglicherweise früh vorausgesehen. Bereits seit zehn Jahren ist die Produktgruppe der Hausgeräte jetzt mit vertreten – mit wachsendem Erfolg. Damals aus dem Wunsch der Hersteller nach einer prominenten Ausstellungsmöglichkeit erwachsen, sind heute Kühlschränke, Backautomaten und andere "smarte" Küchengeräte selbstverständlicher Teil der umfassenden Vernetzung.

Hoch im Kurs bei den Verbrauchern liegen vor allem die Energieeffizienz sowie Elektrogeräte für ein gesünderes Leben, sagte Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratschef der Ausrichterin Gfu. Zu den Publikumslieblingen gehörten denn auch die Heißluft-Fritteusen für die Herstellung etwa von fettarmen Pommes Frites.

Wie immer werden auch neue Modelle großer Flachbildfernseher zu den Stars der einstigen "Funkausstellung" gehören. Auf der IFA versammeln sich alle führenden Hersteller mit ihren neuen Entwicklungen. Die sogenannte 8K-Auflösung, die das Bild mit 16 Mal mehr Pixeln als bei Full-HD darstellt, kann vor Ort mit Inhalten bestaunt werden, die das Fernsehprogramm zu Hause noch nicht hergibt. Deutlich im Markt zulegen werden nach Prognosen der Ausrichterin Gfu Fernseher mit OLED-Display, die ein besonders kontrastreiches Bild wiedergeben, sowie Ultra-HD-Geräte mit vier Mal höherer Auflösung als Full-HD.

Die Technologie HDR (High Dynamic Range) zur Bildoptimierung ist bereits Standard in neuen Fernsehgeräten. Der Absatz von TV-Geräten in Deutschland ging zuletzt zurück – laut Branche nicht zuletzt wegen des frühen Ausscheidens der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM.