AUCH DAS NOCH: Warum schlicht, wenn’s teuer geht?

dpa/bas

Von dpa & Barbara Schmidt

Sa, 02. Dezember 2017

Wirtschaft

Ein Geschäftsreisender hatte richtig Pech: Bei einem Flug nach Malta kam das Gepäck nicht mit. Der Mann hatte aber einen wichtigen Geschäftstermin und brauchte was Frisches zum Anziehen. Also ging er shoppen. Und zwar so richtig. Insgesamt 1286 Euro haute er auf den Kopf. Für Kleidung und Kosmetika. Die Rechnung schickte er an die Fluggesellschaft. Schließlich hatte deren Fehler ja den Anlass zur Shoppingtour gegeben. Als die Airline nicht zahlen wollte, zog der Mann vor Gericht. Das Amtsgericht Frankfurt hat seine Klage nach eigenen Angaben vom Freitag jetzt aber abgewiesen. Kommt das Fluggepäck verspätet an, muss eine Airline dem Passagier keine luxuriöse Shoppingtour bezahlen. Das Gericht hielt vielmehr den von der Fluggesellschaft gezahlten Schadenersatz von 300 Euro für ausreichend. Der Kläger argumentierte den Angaben zufolge mit dem wichtigen Geschäftstermin. Er trage ausschließlich luxuriöse Garderobe und könne die vom Hotel bereitgestellten Kosmetika wegen einer Allergie nicht verwenden. Das Gericht entschied aber, dass es gereicht hätte, wenn er sich mit den für eine Übernachtung notwendigen Dingen eingedeckt hätte. Zumal ihn die Fluggesellschaft informiert hatte, dass sein Gepäck am nächsten Tag eintreffen werde. Wenn der Kläger ausschließlich Luxusprodukte bevorzuge, so sei dies sein persönliches Vergnügen, befand das Amtsgericht. Merke: Wenn der Koffer nicht mitkommt, muss es auch die Kaufhaus-Klamotte tun.