18. August 2009

Auch der Bayer-Konzern schätzt Basel

Bekannt für Aspirin: Bayer | Foto: DPA
LEVERKUSEN/BASEL. Beim kleinen Husten fragen viele Deutsche nicht erst den Arzt, sondern gleich den Apotheker. Der hält eine ganze Palette von apothekenpflichtigen Arzneimitteln bereit, die ohne Arztrezept verkauft werden dürfen. Der Leverkusener Bayer-Konzern pflegt diesen Markt. In den vergangenen Jahren ist der Teilkonzern Bayer Health Care mit seiner Tochter Consumer Care zur Nummer zwei weltweit für rezeptfreie Mittel aufgestiegen. Ein Standort ist Basel.

Die Gewinnaussichten bei freiverkäuflichen Medikamenten sind zwar geringer als bei den vom Arzt verordneten, kostenintensiv von der Industrie entwickelten Arzneien, dafür ist das Risiko bei den Ohne-Rezept-Mitteln geringer. Die Schmerz-, Husten-, und Erkältungsmittel (bei Bayer etwa Aspirin, Aleve), Nahrungsergänzungsmittel (Berocca, Redoxon) oder Hautmedikamenten (Bepanthol, Canesten) garantieren ein Geschäft ohne allzu große Überraschungen.

An der Selbstmedikation wurde allerdings zuletzt gespart. Der Bayer-Umsatz beim nicht verschreibungspflichtigen Sortiment sank im ersten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent auf 704 Millionen Euro. Da dieser Rückgang auf mehrere Jahre großen Wachstums folgte, ist das für Bayer nicht besorgniserregend. Für 2008 hat Bayer-Health Care einen Weltumsatz von 2,8 Milliarden Euro erzielt. Der Health-Care-Chef in Leverkusen, Arthur Higgins, ist überzeugt, dass es noch erhebliche Wachstumschancen für Bayer in dieser Sparte gibt. Die Bayer-Consumer-Care–Zentrale in Basel (BCC) wurde entsprechend den hohen Erwartungen ausgebaut. "In den letzten zehn Jahren ist Bayer Consumer Care stark gewachsen und wuchs stetig schneller als der Gesamtmarkt", sagt der BCC-Manager Gary Balkema. Das Wachstum ist auch eine Folge der strategischen Weichenstellung von 2005, die entsprechende Sparte des Pharmakonkurrenten Roche mit bekannten Marken wie dem Hautmittel Bepanthen zu kaufen.

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Das in Basel angesammelte Wissen überzeugte in Leverkusen. Basel wurde zur Schaltzentrale für das Verbraucherdirektgeschäft in Europa, Afrika und den Mittleren Osten gemacht. Zusätzlich übernahm die BCC globale Aufgaben, etwa bei der Forschung, der Entwicklung oder im Produktionsmanagement oder der Logistik. Alles zusammen sind die Baseler für 170 – teils regionale – Markenprodukte zuständig. "Als internationaler und wirtschaftlich attraktiver Standort bot Basel sich als Hauptsitz für das europäische Geschäft an", sagt Felix Reiff, Geschäftsführer von BCC. Dass die Bayer-Diabetis Care (Blutzuckermessgeräte) von Dublin nach Basel verlegt wurde, bestätige die Baseler Bedeutung. Für die Zukunft sei die Bayer-Tochter gut gerüstet. Es gäbe dank eigener Forschung eine mit innovativen Produkten gut gefüllte Pipeline.  

Autor: Armin E. Moeller



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