Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

09. Juni 2012

Auch in Deutschland hinterlässt die Krise Spuren

Die Ausfuhren in die Euroländer gehen stark zurück / Bundesbank dennoch zuversichtlich / Schwächeres Wachstum in der Region.

Die Schuldenkrise würgt die Konjunktur in der Eurozone zunehmend ab. Deutschland steht bislang zwar robust da. Allerdings sind die Exporte in die Eurozone regelrecht eingebrochen.

Weit unter Vorjahresniveau
Im April blieben die Ausfuhren der deutschen Unternehmen in die Länder der Eurozone unter dem Niveau des Vorjahres. Der Exportwert sank um 3,6 Prozent auf 33,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Importe aus der Eurozone gingen im selben Zeitraum um 0,6 Prozent auf 32,8 Milliarden Euro zurück. Vor allem wegen des geringeren Handels mit dem Euroraum sanken die gesamten deutschen Exporte um 1,7 Prozent. Die Einfuhren gingen um 4,8 Prozent zurück.

Zuversichtliche Bundesbank
Die Bundesbank verbreitete dennoch Zuversicht. "Ich gehe davon aus, dass die expansiven Kräfte die Oberhand behalten", sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Allerdings dürfe die Staatsschuldenkrise nicht eskalieren. Die Notenbank hob ihre Wachstumsprognose für 2012 von 0,6 Prozent auf 1,0 Prozent an.

Werbung


Exporte breit gefächert
Dass die deutsche Wirtschaft bisher nicht stärker von der Krise in einigen Euroländern getroffen wurde, ist aus Sicht der Bundesbank der breiten Fächerung der deutschen Exporte zu verdanken: "Gingen vor 20 Jahren noch mehr als die Hälfte der Warenexporte in die heutigen Euroländer, waren es im Jahr 2011 zwei Fünftel." Nachbar Frankreich bleibt allerdings der wichtigste Kunde. Die dortige Zentralbank erwartet, dass die französische Wirtschaft in diesem Jahr leicht schrumpfen wird.

Keine Rezession in der Region
Die Wirtschaft in der Region zwischen Nordwestschweiz, Elsass und Nördlicher Oberrhein wird in diesem Jahr geringer wachsen als 2011, aber es gibt keine Rezession. Zu dieser Einschätzung kommt das Basler Konjunkturforschungsinstitut Bak Basel. Die Wirtschaftsleistung werde um ein Prozent zulegen. 2011 waren es noch 3,1 Prozent. Das stärkste Wachstum werde die Region Freiburg mit 1,4 Prozent aufweisen, gefolgt von der Ortenau, der Südpfalz und dem Nordelsass mit jeweils 1,1 Prozent. Die Nordwestschweiz und die Lörracher Region bleiben mit einem Plus von 0,8 Prozent dahinter. Als Grund für das relativ schlechte Abschneiden der Nordwestschweiz nennt Bak Basel den starken Schweizer Franken. Er mache der Chemie-, der Investitionsgüterindustrie (zum Beispiel Maschinenbau) und dem Einzelhandel stark zu schaffen.

Einzelhandelsumsatz sinkt
Der Einzelhandel in Baden-Württemberg hat im April weniger Geschäft gemacht. Wie das Statistische Landesamt am Freitag mitteilte, sanken die Umsätze real – also unter Berücksichtigung der Inflation – um 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

China senkt Spritpreis
Als weiteren Schritt zur Ankurbelung seiner Wirtschaft senkt China, ein wichtiger Außenhandelspartner der Deutschen, die Spritpreise um rund fünf Prozent. Autofahrer werden für Benzin 0,39 und für Diesel etwa 0,44 Yuan (rund fünf Euro-Cent) je Liter weniger zahlen müssen.

Autor: Bernd Kramer und unseren Agenturen


5 Kommentare

Damit Sie Artikel auf badische-zeitung.de kommentieren können, müssen Sie sich bitte einmalig bei Meine BZ registrieren. Bitte beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Die veröffentlichten Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Bodo Weis  

Bodo Weis

Registriert seit: 26.05.2009

Kommentare: 869

10. Juni 2012 - 16:20 Uhr

Zur Grafik beachte man die enorme Verschlechterung im Jahre 2012, die leider nicht vorsehbar wahr, „schlechter als gedacht“.
Aber man weiß das es in 2013 wieder nach oben geht.
„Früher saß das Gesindel noch auf der Kirmes im Zelt mit der Glaskugel“ (Volker Pispers)

Verstoß gegen Netiquette melden

Ammar Ulabi™  

Ammar Ulabi™

Registriert seit: 08.05.2009

Kommentare: 3993

10. Juni 2012 - 16:48 Uhr

Herr Weis,

dieser gewisse V.P. weiss es sogar in erweiterter Betrachtung noch besser und toppte es bereits mit (sinngemäß jetzt) folgendem:

"Die Kaffeesatzleser telefonieren mit den Glaskugelbesitzern und erzählen uns dann, was sie erwarten, von dem, was die anderen erwarten."

Verstoß gegen Netiquette melden

 

Martin Diehr

Registriert seit: 16.01.2012

Kommentare: 275

10. Juni 2012 - 17:18 Uhr

Und damit es gleich noch viel schlechter aussieht, lässt man 2008 und 2009 bewusst außen vor.

Verstoß gegen Netiquette melden

 

Martin Diehr

Registriert seit: 16.01.2012

Kommentare: 275

10. Juni 2012 - 17:36 Uhr

Man sollte sich vergewissern wo wir herkommen und auf was für einem Niveau hier gejammert wird bzw. versucht wird Negatieve Stimmung zu Verbreiten....da bleibt nur noch ein Kopfschütteln.

Verstoß gegen Netiquette melden

Bodo Weis  

Bodo Weis

Registriert seit: 26.05.2009

Kommentare: 869

10. Juni 2012 - 18:28 Uhr

Herr Martin Diehr,
hier wird nicht gejammert, hier wird nur darauf hingewiesen das man nicht in die Zukunft schauen kann, egal was die Medien uns verkaufen wollen.
Ich jedenfalls weiß nicht ob ich morgen früh noch zur Arbeit gehen kann, wiesen sie es?

Verstoß gegen Netiquette melden



Weitere Artikel: Wirtschaft

  • IWF-Chefin entgeht vorerst formellen Ermittlungen

    Zwei Tage vor Gericht befragt: Christine Lagarde ist in der Affäre aus ihrer Zeit als Finanzministerin Frankreichs vorerst einem formellen Verfahren entgangen. In der Affäre geht es um staatliche Entschädigungen. Mehr

  • Preisgestaltung mit dem Hirnscanner

    Bei der Suche nach dem richtigen Preis ihrer Produkte greifen Unternehmen auf neurowissenschaftliche Techniken wie Hirnscans zurück. Ein Interview mit dem Hirnforscher und Psychologen Kai-Markus Müller. Mehr

  • Kaum Geld fürs alte Handy

    Der Verkauf gebrauchter Waren an Händler im Internet ist kinderleicht – aber man erhält vergleichsweise wenig dafür. Mehr