Badenova hält den Erdgaspreis 2019 stabil

Jörg Buteweg und dpa

Von Jörg Buteweg & dpa

Fr, 07. Dezember 2018

Wirtschaft

Viele Energieversorger erhöhen die Gebühren zum Jahreswechsel / Als Grund werden steigende Einkaufspreise genannt.

FREIBURG/HAMBURG. Der Energieversorger Badenova verspricht stabile Erdgaspreise für das gesamte Jahr 2019 – also für die aktuelle Heizperiode und für Teile des kommenden Winters. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. "Nicht nur bis zum Ende der Heizperiode und des Winters, sondern garantiert für das ganze Jahr 2019 bleiben unsere Gaspreise auf jeden Fall stabil", wird Vertriebschef Raymond Löhr in der Mitteilung zitiert.

Diese Preisgarantie bezieht sich auf die Grundversorgung, nicht auf Tarife wie Erdgas12 oder Erdgas24, die eine Preisgarantie für die Dauer der Vertragslaufzeit enthalten. Begründet wird die Preisstabilität mit einem vorausschauenden Einkauf. Laut Badenova bleiben die Preise in der Grundversorgung im dritten Jahr stabil. 2017 und 2016 habe man die Preise sogar gesenkt.

Eine Kilowattstunde Erdgas in der Grundversorgung kostet bei Badenova 5,81 Cent, hinzu kommt der monatliche Grundpreis von 10,20 Euro. Dieser Tarif ist mit zweiwöchiger Frist kündbar. Erdgas12 – also ein Vertrag, mit dem sich Kunden ein Jahr lang an Badenova binden, kostet 5,25 Cent pro Kilowattstunde. Hinzu kommt ein Grundpreis von 5,25 Cent pro Monat.

Der Trend bei den Erdgaspreisen geht allerdings nach oben. Rund 1,8 Millionen Haushalte in Deutschland werden im nächsten Jahr eine höhere Gasrechnung erhalten. Bislang haben 244 Gasversorger ihren Preis erhöht oder das spätestens zum Jahreswechsel angekündigt, wie das Internet-Portal Check24 kürzlich ermittelte. Im Durchschnitt belaufen sich die Erhöhungen auf 8,4 Prozent. Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden bedeutete das Mehrkosten von 111 Euro im Jahr. Zur gleichen Tendenz – wenn auch im Detail mit anderen Daten – kommt das Vergleichsportal Verivox aus Heidelberg.

"Die Einkaufspreise für Erdgas sind zuletzt stark gestiegen", sagte Verivox-Energieexperte Mathias Köster-Niechziol. Die Einfuhrpreise für Erdgas, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gemessen werden, sind in den vergangenen beiden Jahren um rund 40 Prozent nach oben gegangen – aber vor allem in diesem Jahr sind die Preise noch mal deutlich gestiegen. Ähnlich sieht es bei den Börsenpreisen für Erdgas aus, die das Statistische Bundesamt erhebt. Auch hier haben die Preise zwischen September 2016 und September 2018 um rund 38 Prozent zugelegt.

Dass nicht noch viel mehr Versorgungsunternehmen ihre Preise erhöhen, ist auf langfristige Lieferverträge vor allem mit Russland zurückzuführen. "Die Gasversorger haben ganz unterschiedliche Einkaufsstrategien und Lieferverträge", hieß es bei Verivox. Sollte sich das hohe Preisniveau für Importgas jedoch verfestigen oder noch weiter steigen, so werden diese Unternehmen nachziehen.

Die Ursachen für den starken Anstieg der Gaspreise auf dem internationalen Markt sind nicht eindeutig zu bestimmen. Einfluss darauf hatte wohl der Ölpreisanstieg im Laufe des Jahres, auch wenn es eine unmittelbare Kopplung beider Preise nicht mehr gibt. "Öl spielt immer eine Rolle und ist ein Trendsetter für die Energiemärkte", sagte Rainer Wiek vom Energie-Informationsdienst EID. Zudem soll die Trockenheit im Sommer zum Preisanstieg beigetragen haben, weil nicht mehr so viel Kohle über die Flüsse transportiert werden konnte und deshalb mehr Strom aus Gas erzeugt wurde. Das habe die Nachfrage angeheizt.