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28. Mai 2011

Bauern bleiben auf ihrem Gemüse sitzen

Verbraucher verunsichert.

Die Nachfrage nach Gurken, Tomaten und Salat hat dramatisch nachgelassen. Obwohl spanische Importgurken als ein Träger des gefährlichen Darmkeims Ehec identifiziert worden sind, sind viele Verbraucher auch bei deutschem Gemüse noch sehr skeptisch. Vor allem im Norden Deutschlands bleiben die Bauern wegen der Angst vor den aggressiven Ehec-Keimen auf ihrer frischen Ware sitzen.

Das bedeute für die Bauern Umsatz-Einbrüche in Millionenhöhe, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner. "Wenn die Kaufzurückhaltung so weitergeht, wird der Schaden noch höher werden als zwei Millionen Euro pro Tag." Einzelne Betriebe könnten an den Rand ihrer Existenz geraten. Derzeit sei die Ernte von Freiland-Salat sowie von Tomaten und Gurken aus dem Gewächshaus vielerorts in vollem Gange. "Wir müssen sehen, dass einzelne Betriebe, deren Ernte momentan ansteht, überproportional betroffen sind – das ist dann schon eine existenzielle Frage für die Betriebe", sagte Sonnleitner.

Aus Branchenkreisen im Lebensmittelhandel verlautete, bei einigen großen Händlern sei die Nachfrage nach Gurken, Salat und Tomaten regelrecht eingebrochen. Verbraucher fragten das Verkaufspersonal verstärkt nach der Herkunft der Ware. Die wirtschaftlichen Schäden ließen sich noch nicht abschätzen.

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Viel Gemüse untergepflügt

In Niedersachsen waren Bauern bereits gezwungen, das geerntete Gemüse wegzuschmeißen. Andere ließen das Gemüse auf den Feldern und pflügten es unter, sagte Axel Boese von der Fachgruppe Gemüsebau Norddeutschland am Freitag in Bremen. Er forderte ein klares Statement von der Politik: "Es muss gesagt werden, dass deutsches Gemüse keimfrei ist." Deutliche Absatzeinbrüche meldeten auch Bauern in Nordrhein-Westfalen. "Es geht da nicht um eine Kiste, es geht um ganze Lkw", sagte Bernhard Rüb, Sprecher der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Deutschlands größter Handelskonzern Metro verzeichnet nach eigenen Angaben leichte Absatzrückgänge. "Wir spüren, dass der Absatz von Salat und Gurken zurückgegangen ist, allerdings in geringem Umfang", sagte ein Metro-Sprecher. Bei Gemüse aus Spanien seien die Kunden derzeit eher zurückhaltend.

Autor: Annette Jürgensmeier (dpa)