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03. September 2010
Besser sitzen und zuverlässig schalten
In Friedrichshafen gibt es mehr als 300 Welt- und Europapremieren.
Innovationen an allen Ecken und Enden auf der Eurobike. Die Hersteller präsentieren über 300 Welt und Europapremieren. Einige sind besonders bemerkenswert.
Wer nur schnell um den Block fährt und allenfalls ein paar Minuten auf dem Rad sitzt, kennt das Problem weniger als Leute die möglicherweise stundenlang unterwegs sind: Das Sitzen und der Rücken können zum Problem werden, selbst wenn die Beine noch munter weiter kurbeln könnten. Dagegen hilft zum einen Gewohnheit, also häufiges Radfahren, zum andern kann der richtige Sattel das Radlerleben entspannter machen.
SQlab präsentiert neue, rückenfreundlichen Sättel, die sich seitlich auf und abbewegen, so dass der Sattel der Trittbewegung folgt. Das entlastet die Wirbelsäule und soll die Bandscheiben mobilisieren, sagen die Hersteller. Der zentrale Dämpfer unter dem Sattel ist auswechselbar und in drei verschiedenen Härten im Lieferumfang enthalten. Neu ist der "610 active", der für komfortorientierte Mountainbiker und sportliche Trekkingradler gedacht ist. Der Rennradsattel "611 active" ist mit dem Eurobike-Award in Gold ausgezeichnet worden. Er hat wie alle SQlab-Sättel eine tiefer liegende Nase, die den Druck reduziert und so ein Fahrradfahren ohne Taubheitsgefühl ermöglicht. SQlab ist – nach eigenen Aussagen – die erfolgreichste Fahrradsattelmarke in Tests der deutschen Fachmagazine.
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Was sportliche Fahrer immer wieder nervt, sind die Macken der Schaltung: Wenn diese wegen der starken Belastung nicht mehr präzise oder nur schwer umschaltet, ist Stress angesagt. Besonders am Berg kann das einem den Spaß verderben. Zwei junge Stuttgarter Ingenieure haben hier einen ganz neuen Weg gefunden, der Hoffnung macht. Die Schaltung der Firma Pinion (das sind die beiden) setzt spezielle Rahmen voraus, die bisher noch nicht üblich sind. Das Teil ist nämlich am Tretlager platziert. In einem Gehäuse sind Stirnradsätze so angebracht, dass damit 18 Gänge geschaltet werden können. Auch im Stand. Weil das Ganze in einem Gehäuse untergebracht ist, ist die Schaltung weniger schmutz- und wohl auch störanfällig als eine Kettenschaltung. Jedenfalls hat sie einen Härtetest (eine 1500 Kilometer-Tour mit 24 000 Höhenmetern) schon hinter sich und besser überstanden als das Fahrrad, an dem sie montiert war. Die Erfindung soll im kommenden Frühjahr serienreif sein.
Das Thema Sicherheit kann beim Radfahren nicht groß genug geschrieben werden. Dazu sollte jeder durch sein eigenes Fahrverhalten beitragen. Andererseits ist eines der Hauptprobleme von Zweiradfahrern, dass sie von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen werden. Die meisten Motorradfahrer fahren deshalb auch bei Tag mit Licht. Beim Fahrrad hat das bisher nicht viel gebracht. Die Lämpchen waren ganz einfach nicht stark genug. In Friedrichshafen stellt die Firma Busch und Müller mit einem Tagfahrlicht eine Weltneuheit vor. Die normale Leuchte wird durch LEDs ergänzt, die in alle Richtungen abstrahlen und die Sichtbarkeit und damit die Sicherheit verbessern.
Unfälle verhindern soll auch eine sich selbst aufladende Leuchtweste. In den USA bereits verbreitet sind Mountainbike-Reifen mit 29 anstatt 26 Zoll. Die größeren Laufräder überwinden leichter Hindernisse und sind etwas komfortabler.
Neuheiten hat die Eurobike aber auch für die Fahrer herkömmlicher Stadt- und Tourenräder auf Lager. Die Modelle für den Weg zur Arbeit, für den Einkauf, den Ausflug oder den Kindertransport sind mit mehr technischen Raffinessen ausgestattet, haben weniger Gewicht, flotteres Design und mehr Komfort.
Autor: rü
