Dämpfer für die Optimisten

dpa

Von dpa

Di, 17. April 2018

Wirtschaft

Wachsende Rezessionsgefahr.

NEUSS (dpa). Das Risiko einer Rezession der deutschen Wirtschaft in den kommenden drei Monaten ist einer Untersuchung zufolge deutlich gestiegen. Wesentlicher Grund sei die durch die US-amerikanische Handelspolitik ausgelöste Verunsicherung in der Wirtschaft und auf den Finanzmärkten, teilte die Hans-Böckler-Stiftung am Montag mit. Der Indikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung zeige für den Zeitraum April bis Ende Juni eine mittlere Rezessionswahrscheinlichkeit von 32,4 Prozent an. Im Vormonat habe das Risiko noch bei knapp 7 Prozent gelegen. Grundlage für diesen Wert sind Finanzmarkt- und realwirtschaftliche Daten wie Auftragseingänge sowie Stimmungsindikatoren wie der Ifo-Index.

Auch die Wirtschaftsauskunftei Creditreform sprach von ersten "ernsthaften Gefahren für die hiesige Konjunktur", wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Der deutsche Mittelstand zeigt sich jedoch unbeeindruckt und blickt einer Creditreform-Umfrage zufolge optimistisch in die Zukunft. Rund ein Drittel der befragten Unternehmen verzeichnete im Frühjahr einen Anstieg der Aufträge. Mehr als 41 Prozent rechnen für das laufende Jahr mit steigenden Umsätzen – 2017 waren es 38,4 Prozent. Volle Auftragsbücher sorgen einer Umfrage des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft zufolge für eine steigende Produktion. Demnach erwarten die Forscher für 2018 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um rund zwei Prozent. Knapp 52 Prozent der rund 2800 befragten Firmen rechnen mit einem Produktionsplus nur acht Prozent mit einem Minus.