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06. Februar 2012
Den Griechenland-Rettern läuft die Zeit davon
In Athen wird weiter über Einsparungen und den Schuldenschnitt gestritten / Finanzminister Venizelos: "Alles auf Messers Schneide".
ATHEN (dpa). In einem Verhandlungsmarathon hat Griechenlands politische Führung mit den internationalen Geldgebern am Wochenende erneut um eine Rettung für das vom Staatsbankrott bedrohte Land gerungen. Seit Freitag wurden Gespräche geführt, am Sonntagnachmittag traf Ministerpräsident Lucas Papademos mit den Spitzen der politischen Parteien, die seine Regierung unterstützen, zusammen. Die mehrstündige Unterredung ging am Abend ohne Ergebnis zu Ende. Heute gibt es erneut eine Sitzung.
Dabei will sich der parteilose Regierungschef innenpolitische Zustimmung für die zusätzlichen Einsparungen sichern, welche die Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) von Athen verlangt. Auch die Gespräche mit dem internationalen Bankenverband IIF über einen Schuldenschnitt sollten am Sonntag fortgesetzt werden.
Knackpunkt bei den Regierungsgesprächen dürften die von der Troika verlangten Lohnkürzungen auch im privaten Sektor gewesen sein, die bis zu 25 Prozent weniger Einkommen für die Arbeitnehmer bedeuten könnten. Stimmt die Troika einem weiteren Rettungspaket im Volumen von mindestens 130 Milliarden Euro für Athen nicht zu, droht Griechenland eine ungeordnete Staatspleite.
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"Es gibt große Schwierigkeiten, aber es gibt auch keine Sackgassen", sagte ein hoher Funktionär, der an den Verhandlungen teilnahm. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos stellte die Lage dramatisch dar: Alles sei "auf Messers Schneide".
Zu den Verhandlungen mit dem Internationalen Bankenverband IIF über einen Schuldenerlass wurde am Sonntag und Montag auch dessen Vorsitzender, Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, in Athen erwartet. Eine Einigung auf einen freiwilligen Schuldenschnitt mit den privaten Gläubigern ist ebenfalls Voraussetzung für weitere Hilfen der Troika.
Der Chef der Eurogruppe, Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker, forderte weitere Anstrengungen von Griechenland und schloss im Gegenzug auch eine Insolvenz nicht aus. Allein die Möglichkeit, dass so etwas passieren könnte, sollte den Griechen "dort Muskeln verleihen, wo sie im Augenblick noch ein paar Lähmungserscheinungen haben", sagte Juncker dem Nachrichtenmagazin Spiegel.
Autor: dpa
