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12. August 2017

Der Skandal reicht bis nach Hongkong

Mittlerweile sind mit Fipronil verseuchte Eier auch in Asien und in der Schweiz aufgetaucht.

  1. Eier auf dem Förderband einer Hühnerfarm in Belgien Foto: DPA

BRÜSSEL (AFP/dpa). Der Skandal um mit Fipronil belastete Eier reicht mittlerweile bis Asien. Die EU-Kommission teilte am Freitag mit, die Eier seien in 15 EU-Ländern, der Schweiz und in Hongkong aufgetaucht. Sie berief ein Krisentreffen ein. Auf Vorschlag Deutschlands hin soll es bereits Anfang September stattfinden.

Darauf einigten sich am Freitag Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) und EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis, wie ein deutscher Sprecher mitteilte. Die Gespräche sollen am 4. oder 5. September am Rande eines Agrarministertreffens in Estland geführt werden. Teilnehmen sollen die Minister der betroffenen Staaten. Ziel des Treffens sei es, aus dem aktuellen Fall zu lernen und die Koordinierung und das Frühwarnsystem zu optimieren.

Die niederländische Gesundheitsministerin Edith Schippers räumte am Donnerstagabend Versäumnisse ein. Erste Hinweise auf einen – nicht erlaubten – Einsatz von Fipronil in niederländischen Legehennen-Betrieben waren schon Ende 2016 aufgetaucht. Damals habe es aber keinen Verdacht gegeben, dass auch Eier belastet sein könnten, sagte Schippers. Französische Behörden teilten am Freitag mit, dort seien die Eier bereits im April in den Handel gelangt.

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Die Staatsanwaltschaft im belgischen Antwerpen teilte inzwischen mit, dass bereits im Juli 6000 Liter einer "verbotenen Flüssigkeit" in der Firma Poultry-Vision beschlagnahmt worden seien – laut Medienberichten handelte es sich bei dieser Flüssigkeit um Fipronil.

Der Eierskandal ist der größte europäische Lebensmittelskandal seit der Entdeckung von als Rindfleisch deklariertem Pferdefleisch im Jahr 2013. Zuvor hatten der Fund von Dioxin in Eiern und Hühnerfleisch 1999 und die Angst vor den Folgen des Rinderwahns die Verbraucher stark verunsichert.

Im Eierskandal sehen die meisten Deutschen ihre eigene Gesundheit aber nicht gefährdet. Im am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer sagten das 61 Prozent der Befragten.

Autor: afp