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06. Juli 2012

Bundesrepublik

Deutschland ist für viele gut ausgebildete Ausländer ein attraktives Land

Die Bundesrepublik zieht inzwischen viele gut ausgebildete junge Ausländer an.

BERLIN. Deutschland lockt zunehmend junge und gut ausgebildete Arbeitskräfte aus dem Ausland an. Zwischen 1999 und 2009 wanderten einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) zufolge 2,8 Millionen Menschen ein. Knapp die Hälfte davon arbeitet auch hier.

Der Studie zufolge sind die Zuwanderer, die eine Arbeit haben, im Schnitt besser ausgebildet als die Einheimischen. "Fast ein Drittel der erwerbstätigen Zuwanderer sind Hochschulabsolventen", erläutert IW-Chef Michael Hüther. In der Gesamtbevölkerung liegt der Anteil der Akademiker deutlich niedriger. Jeder fünfte Zuwanderer hat dem IW zufolge eine Führungsposition erreicht.

Anscheinend wirkt die Werbung um Fachkräfte im Ausland. Viele Bewerber drängt es genau in die Berufe, für die sich hierzulande nicht mehr genügend Arbeitskräfte finden lassen. 15 Prozent der Neulinge haben Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik studiert. Jeder Zwanzigste kann ein Medizinstudium vorweisen. Damit werden Zuwanderer auch zu einem erheblichen Wirtschaftsfaktor.

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Laut IW leisten die Zuwanderer allein in den genannten Berufsgruppen einen Wertschöpfungsbetrag von 13 Milliarden Euro im Jahr. Einen weiteren positiven Effekt beobachtet das Institut mit Blick auf die demographische Entwicklung in Deutschland. Mehr als ein Drittel der Neubürger ist zwischen 25 und 35 Jahre alt. Sie haben ihre Berufsausbildung abgeschlossen, aber das Berufsleben noch fast ganz vor sich. Der Altersdurchschnitt liegt mit 33 Jahren zehn Jahre unter dem Schnitt aller Erwerbstätigen.

Auch Daten des Statistischen Bundesamtes belegen, dass Deutschland ein begehrtes Ziel für ausländische Arbeitskräfte ist. Im vergangenen Jahr stieg die Bevölkerungszahl durch sie um 279 000. Eine wichtige Rolle spielt der Wirtschaftseinbruch in einigen Ländern. Aus den Krisenregionen kommen viele junge Menschen. Die amtliche Statistik weist eine Zunahme der Zuwanderung aus Griechenland um 90 Prozent und aus Spanien um 56 Prozent aus. Auch aus Polen, Bulgarien und Rumänien kommen verstärkt Arbeitskräfte nach Deutschland.

Regional verteilen sich die Neubürger sehr unterschiedlich. Nach Nordrhein-Westfalen zieht es allein fast ein Viertel der Zuwanderer. Auch Bayern und Baden-Württemberg stehen bei ihnen hoch im Kurs. Nach dem 1. August könnte sich der Zuzug noch einmal verstärken. Dann treten neue Regeln für die Zuwanderung in Kraft. Erwerbstätige aus nicht zur EU gehörenden Ländern dürfen per "Blauer Karte" zum Arbeiten nach Deutschland kommen, wenn sie in dem hier gefundenen Job mehr als 44 800 Euro im Jahr verdienen. Bislang lag die Grenze bei 66 000 Euro. In den besonders gesuchten Berufen ist nur noch ein Einkommen von 34 900 Euro im Jahr notwendig.

Autor: Wolfgang Mulke