Die Wirtschaft will rasch Fachkräfte

kna

Von kna

Sa, 18. August 2018

Deutschland

Positive Reaktionen auf Eckpunktepapier für Einwanderungsgesetz.

BERLIN (dpa/epd). Wirtschaftsverbände haben positiv auf die Eckpunkte von Innenminister Horst Seehofer (CSU) zur Zuwanderung ausländischer Fachkräfte reagiert. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sprach von einem positiven Signal.

"Schon heute fehlen 1,6 Millionen Arbeitskräfte, daher brauchen wir neben großem Engagement mit Blick auf inländische Potenziale dringend auch parallel bessere Zuwanderungsregeln", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer am Freitag in Berlin. "Die grobe Fahrtrichtung stimmt", erklärte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Sinnvoll sei etwa, dass die Beschränkung auf die bisher sehr eng definierten Engpassberufe wegfallen soll. Ausländer aus Staaten außerhalb der Europäischen Union dürfen in der Regel nur dann zum Arbeiten nach Deutschland kommen, wenn es in ihrem Feld besonderen Bedarf gibt (Engpassberufe). Gleichzeitig solle Deutschland bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse großzügiger sein, forderte der BDA.

Im Eckpunktepapier von Bundesinnenminister Seehofer (CSU) heißt es: "Die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Deutschland hängt in entscheidendem Maße davon ab, wie gut es uns gelingen wird, die Fachkräftebasis zu sichern und zu erweitern." Zwar prosperiere die deutsche Wirtschaft momentan. Doch der Fachkräftemangel habe sich zu einem bedeutenden Risiko für die deutsche Wirtschaft entwickelt. Umstritten in der Koalition ist weiterhin ein "Spurwechsel" aus dem Asyl- ins Aufenthaltsrecht, den unter anderem Seehofer ablehnt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht die Vorschläge indes als nicht ausreichend an. Mit einem erforderlichen Einwanderungsgesetz hätten die vorgeschlagenen "Korrekturen und Reparaturen" nichts gemein, erklärte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

Auch der Hauptgeschäftsführer des Baden-Württembergischen Handwerkstags (BWHT), Oskar Vogel, hat von der Bundesregierung eine rasche Verabschiedung eines Einwanderungsgesetzes gefordert. Vogel begrüßte, dass das von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vorgelegte Eckpunktepapier nun von einem Punktesystem zur Einwanderung abrücke, das das Handwerk schon immer kritisch betrachtet habe, teilte der BWHT am Freitag in Stuttgart mit. In einem modernen Einwanderungsrecht sollte die eigenfinanzierte und befristete Suche nach einem Arbeitsplatz im Vordergrund stehen, betonte Vogel. Er plädierte auch für eine Härtefallregelung für gut integrierte und bewährte Arbeitskräfte. Bereits jetzt würden in Baden-Württemberg rund 45 000 Fachkräfte gesucht.