Drahtlose Verbindung zum Internet

Benjamin Hiss und Michael Saupe

Von Benjamin Hiss & Michael Saupe

Sa, 11. August 2018

Wirtschaft

Das Funknetz WLAN ist ein bequemer Weg, um Daten in der Wohnung zu übertragen / Verschlüsselung der Infos ist zwingend.

Das Internet hat das Leben vieler Menschen verändert. Heute wird über das Netz eingekauft, das Bankkonto verwaltet oder gespielt. Die Verbindung zum Netz ist dabei entscheidend. Früher war die Verbindung in der Wohnung oder im Haus nur über Kabel möglich. Heute läuft das über das WLAN. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum privaten Funknetz.

» Was ist ein WLAN?
Der Begriff WLAN steht für Wireless Local Area Network. Doch was versteckt sich hinter diesem englischen Begriff? Im Grunde ist es wie beim Telefonieren. Am Anfang brauchte jeder noch einen Kabelanschluss, um zu telefonieren, später gab es dann die Mobiltelefone, mit denen man von unterwegs telefonieren konnte und die kein Kabel mehr benötigten. Das Gleiche gilt für zwei Computer, deren Besitzer miteinander kommunizieren möchten. Heute funktioniert das über Funk. Wichtig dabei ist, sich folgenden Punkt vor Augen zu halten: Das WLAN ist nicht das Internet, es bietet lediglich die Möglichkeit, über ein lokales Funknetz ins Internet zu gehen.

Soll ich die Daten in meiner
Wohnung besser über WLAN
oder über Kabel übertragen?
Das Kabel bleibt die sicherste Variante, um Daten zu übertragen. Aber wer trotzdem auf den Kabelsalat in der Wohnung verzichten möchte, kann beruhigt sein. Experten wie Simon Röskamp von der Freiburger Firma Data Direct, die auf Informationstechnik-Sicherheit spezialisiert ist, sagt: "Wenn Sie ihre Hausaufgaben gemacht haben und den Zugang zu ihrem privaten WLAN mit einem angemessen Passwort sichern (siehe Hintergrund), ist das Sicherheitsniveau für den Privatanwender groß genug."

» Was ist ein Router und was
hat er mit dem WLAN zu tun?
Das Einrichten des eigenen WLANs beginnt in der Regel mit dem Erwerb eines WLAN-fähigen Routers. Dieser dient als Sende- und Empfangsstation für das Funksignal. Über ihn können Endgeräte wie das eigene Tablet, Smartphone oder der PC miteinander verknüpft und an das Internet angebunden werden. Der Router ist ein ungefähr DIN-A5 großes Gerät. Er ist mit dem Telefon- oder TV-Kabelanschluss verbunden.

Ein Router wird selten separat angeschafft, die meisten kaufen oder mieten ihn bei der Bestellung des Internetanschlusses gleich mit. Dies ist auch sinnvoll, da es verschiedene Internetanschlüsse gibt und der Router dazu passen muss. Am weitesten verbreitet ist der DSL-Anschluss über die Telefonleitung. Ebenfalls beliebt ist der Kabelanschluss, der das TV-Glasfasernetz nutzt. In ländlichen Gebieten ist vielleicht keine der genannten Arten verfügbar. Mit etwas Glück kann hier das Mobilfunknetz mit Hilfe eines sogenannten LTE-Routers genutzt werden. Das LTE-Netz ist ein Mobilfunknetz, über das relativ schnell große Datenmengen übertragen werden können. Wer auf Nummer sicher bei der Installation gehen will, kann auch gerne mit seinem Internetanbieter sprechen und einen Servicetechniker beauftragen. Aber Vorsicht: Ein Techniker muss bezahlt werden und wenn man abseits wohnt, können die Kosten den Neupreis des Routers übersteigen.

Was muss man tun, wenn das WLAN
nicht überall empfangen werden kann?
Dicke Wände können das WLAN-Signal deutlich abschwächen. Dann kommt das Funksignal nicht mehr überall hin, man hat nicht mehr überall Empfang. In einem solchen Fall kann man zwei Dinge tun. Erstens den WLAN-Router neu positionieren, damit alle Bereiche besser abgedeckt sind. Zweitens : Man kann sich einen Signalverstärker kaufen. Dieser verstärkt das WLAN-Signal, sodass man jetzt auch in einem entlegenen Winkel des Hauses oder der Wohnung Empfang hat.

» Was bedeutet ungesichertes WLAN?
Experten wie Martin Gobbin von der Stiftung Warentest formulieren esn so: "Jedes WLAN ist unsicher, das ich nicht selbst kontrollieren kann." Auf jeden Fall sollte ein WLAN immer eine Verschlüsselung nutzen, sobald sensible Daten übertragen werden. Wenn Sie beim Verbinden mit einem WLAN nach einem Passwort gefragt werden, dann ist dieses WLAN verschlüsselt. Beim Nutzen von ungesicherten öffentlichen WLANs – zum Beispiel in Flughäfen oder in Städten – muss man sich des erhöhten Risikos bewusst sein. Nicolai Landzettel von der Firma Data-Sec bringt es auf den Punkt: "Die Daten gehen durch die Luft, ohne Verschlüsselung lässt man quasi die digitalen Hosen herunter!" Im ungesicherten Netzwerk sollte man kein Online-Banking betreiben oder Online-Shopping machen. Generell sollten öffentliche Netze – ob gesichert oder ungesichert – sehr vorsichtig genutzt werden, raten Sicherheitsexperten.

Muss man fürchten, dass man bei
einer Registrierung in einem öffentlichen
WLAN mit Spam zugemüllt wird ?
In Deutschland gilt seit der Einführung der Datenschutz-Grundverordnung eine eindeutige Rechtslage. Niemandem darf etwas zugeschickt werden, dem er nicht ausdrücklich zugestimmt hat. Durch das Anmelden in einem öffentlichen WLAN hat der Betreiber des WLANs keine Möglichkeit, den Benutzer mit unerwünschten E-Mails zu belästigen. Im Zweifel ist es immer nützlich, wenn man das Kleingedruckte liest.