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31. Mai 2010

Ein erster Erfolg fürs Klima

Die Verhandlungen über ein neues Weltklimaabkommen stocken / Einigkeit besteht aber zumindest beim Schutz der Regenwälder.

  1. Abgeholzter Regenwald auf Sumatra. Das undatierte Foto hat die Umweltschutzorganisation WWF veröffentlicht. Foto: dpa

OSLO/FREIBURG. Die Abholzung der Regenwälder verursacht ein Fünftel der weltweiten Treibhausgasemissionen. Um dieser Belastung der Atmosphäre Herr zu werden, haben nun interessierte Industriestaaten und waldreiche Entwicklungsländer eine Organisation gegründet und dieser mehrere Milliarden Dollar zugesagt.

Während sich bei den internationalen Klimaverhandlungen ein Durchbruch bislang als unerreichbar erwiesen hat, geht eine kleine Gruppe von Ländern beim Schutz der Regenwälder voran. Bei einer Konferenz von 52 Ländern in Oslo wurde beschlossen, eine Partnerschaft für den Schutz der Wälder zu gründen. So soll sichergestellt werden, dass der Waldschutz sofort beginnen kann, auch wenn der Rest der Klimaverhandlungen, die am heutigen Montag in Bonn in eine neue Runde gehen, keinen Fortschritt zeitigen.

Die Abholzung der Regenwälder verursacht knapp ein Fünftel der weltweiten Treibhausgasemissionen – mehr als der weltweite Straßenverkehr. Hinzu kommt, dass der Raubbau an den Wäldern viele Tier- und Pflanzenarten zum Aussterben verurteilt. Dabei lässt sich die Entwaldung relativ leicht und vor allem kostengünstig stoppen. Eine norwegische Studie zeigt, dass in einer ersten Phase zwei Milliarden Dollar und später zehn Milliarden Dollar pro Jahr erforderlich sind, um den Waldverlust bis 2020 zu halbieren. In der ersten Phase wird das Geld vor allem in Kontrollsysteme und Demonstrationsprojekte investiert. In der zweiten Phase werden Länder sowie Waldbewohner und -anrainer für messbare Erfolge im Kampf gegen die Entwaldung belohnt.

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Doch dazu bedarf es erst einer Organisation, die Geld sammelt und Projekte koordiniert. Diese Organisation soll nun geschaffen werden. In Oslo wurde eine Partnerschaft aus waldreichen Entwicklungsländern und Industriestaaten gegründet, die bereit sind, finanziell oder technisch beim Kampf gegen die Entwaldung zu helfen. Mitglieder sind etwa Brasilien und Indonesien, aber auch die EU, Deutschland und die Schweiz. Die Partnerschaft erhält ein eigenes Sekretariat, das an das Waldprogramm der Vereinten Nationen (UN-Redd) und die Forest Carbon Partnership Facility (FCPF) der Weltbank angegliedert wird. Geld ist auch da: Norwegen, Japan, die USA und einige EU-Staaten haben insgesamt vier Milliarden Dollar für die Jahre 2010 bis 2012 zugesagt.

Der Erfolg in Oslo zeigt, dass es "einfacher ist, in kleiner Runde Resultate zu erzielen als bei den Klimaverhandlungen, wo 190 Länder mit am Tisch sitzen", sagt Till Pistorius, Waldschutzexperte der Universität Freiburg. Doch ohne einen Erfolg bei den Klimaverhandlungen ist auch der Schutz der Regenwälder nicht gesichert. "Insbesondere für die langfristige Finanzierung des Waldschutzes müssen verbindliche Regeln geschaffen werden."

Aber wie diese Regeln aussehen sollen, ist nach wie vor unklar. Während bislang noch Regierungen das Geld aus ihren oft strapazierten Haushalten pressen, wird man in Zukunft vor allem auf den Handel mit Verschmutzungsrechten setzen müssen. "Es gibt keinen Weg, so viel Geld aufzutreiben, ohne den privaten Sektor zu mobilisieren", sagt der norwegische Premierminister Jens Stoltenberg. Aber noch ist es nicht so weit. Denn dazu braucht es einen Durchbruch bei den internationalen Klimaverhandlungen, wo eben nicht nur 52, sondern 190 Länder mitreden wollen.

Oxfam warnt

Vor den UN-Klimaverhandlungen in Bonn hat die Hilfsorganisation Oxfam die Industrieländer aufgefordert, die beim UN-Klimagipfel in Kopenhagen gemachten finanziellen Zusagen als Zuschüsse und nicht in Form vermehrter Kredite zu leisten. "Den armen Ländern ist nicht geholfen, wenn ihnen nun einfach neue Kredite untergeschoben werden, um die vor allem von den reichen Ländern verursachten Klimaschäden zu bewältigen", sagte der Oxfam-Klimaexperte Jan Kowalzig. Die heute beginnende Konferenz in Bonn sei ein erster Schritt, um das gestörte Vertrauensverhältnis zwischen den Industrieländern und den vom Klimawandel besonders betroffenen Entwicklungsländern wieder herzustellen, sagte er. Das Treffen in Bonn soll den nächsten Weltklimagipfel Ende des Jahres in Mexiko vorbereiten.  

Autor: AFP

Autor: Christian Mihatsch