EU-Vertreter gratulieren den Griechen

afp

Von afp

Di, 21. August 2018

Wirtschaft

Zuversicht, dass sich das Land selbst finanzieren kann.

BRÜSSEL (dpa/AFP). Nach acht Jahren Griechenland-Krise haben die Spitzen der Europäischen Union am Montag den Abschluss des letzten Rettungsprogramms gefeiert. "Ihr habt es geschafft", twitterte EU-Ratspräsident Donald Tusk und gratulierte dem griechischen Volk.

Am Montag endete das 2015 aufgelegte Kreditprogramm des Euro-Rettungsschirms ESM – das dritte Hilfspaket für Athen seit 2010. Insgesamt flossen nach ESM-Angaben binnen acht Jahren 289 Milliarden Euro vergünstigter Kredite an Athen – im Gegenzug für drastische Reformen und Sozialkürzungen.

Mit Spannung wurde erwartet, ob und wie sich Griechenland nun wieder an den Finanzmärkten Geld leihen kann. Eurogruppen-Chef Mario Centeno gab sich zuversichtlich, dass das Land ohne weitere Hilfsprogramme finanziell auf eigenen Beinen stehen kann. Die Fraktionschefin der Alternative für Deutschland, Alice Weidel, warf Centeno vor, "Fake News" zu verbreiten. "Griechenland ist nicht gerettet", sagte sie.

Griechen zahlen Zinsen an die Helfer

Vom Hilfsprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) für Griechenland haben aber auch die Helfer selbst profitiert – darunter Deutschland. Nach Regierungsangaben, im Juni von den Grünen angefordert, kamen so für die Bundesrepublik fast 2,9 Milliarden Euro zusammen. Die EZB legte im Mai 2010 das Securities Market Programme (SMP) auf. Der Kauf von Staatsanleihen sollte den Zinsdruck auf angeschlagene Eurostaaten senken. Die bis 2012 gekauften griechischen Staatsanleihen aber werfen bis heute Erträge ab.

Die EZB verteilt sie nach einem festgelegten Schlüssel an die nationalen Zentralbanken. Die Bundesbank erhielt Regierungsangaben zufolge von 2010 bis 2017 jeweils dreistellige Millionenbeträge. 2013 überwies sie das Geld an den Eurorettungsfonds ESM, 2014 auf ein Sperrkonto. Darüber und über die Zinserträge bis 2037 soll die Eurogruppe nun, nach Beendigung des Hilfsprogramms für Griechenland, entscheiden.

Eine Bilanz der Hilfsprogramme unter http://mehr.bz/griechenland