Ford streicht Tausende Jobs

afp

Von afp

Fr, 11. Januar 2019

Wirtschaft

Werk in Saarlouis auf der Kippe.

KÖLN (AFP/dpa). Ford ist der einzige US-Konzern, der in Deutschland Autos baut. Doch die Geschäfte laufen schon lange nicht mehr rund. Ford will nun sein Europageschäft umbauen und streicht deshalb Tausende Stellen. Von den rund 53 000 Arbeitsplätzen werde "eine beträchtliche Anzahl" wegfallen, sagte Ford-Europachef Steven Armstrong am Donnerstag in Köln. In Deutschland beschäftigt Ford etwa 24 000 Menschen, die meisten in Köln. Einzelheiten sollen bis spätestens Mitte dieses Jahres feststehen.

Der Marktanteil des US-Konzerns sinkt in Europa seit Jahren: von rund elf Prozent im Jahr 2006 auf 6,4 Prozent 2018. Kurzfristig wolle Ford die Effizienz steigern und Kosten senken, die Modellpalette ändern und sein Angebot ausweiten, teilte Ford Europe mit. "Weniger profitable Modellreihen" will der Hersteller einstellen, "Märkte mit schwächerem Potenzial" überprüfen.

Konkret heißt das: Das Werk für kleine Automatikgetriebe im französischen Bordeaux wird im Sommer geschlossen, in Deutschland steht die Produktion im saarländischen Saarlouis auf der Kippe. An dem zweitgrößten deutschen Standort werden die C-Max-Modelle gefertigt, die sich in Europa aber nicht mehr so gut verkaufen. Ihre Produktion soll Mitte dieses Jahres eingestellt werden. In Saarlouis arbeiten rund 6000 Beschäftigte, hier soll eine von drei Schichten wegfallen.

Zudem prüft Ford einen Verkauf seines Geschäfts in Russland. In Großbritannien sollen zwei Standorte zusammengelegt werden. Armstrong stellte klar: "Die Einschnitte werden in allen Geschäftsbereichen kommen." Der Abbau solle sozialverträglich erfolgen, also zum Beispiel mit Altersteilzeit oder Abfindungen.

Der US-Autobauer kündigte auch an, er werde "verstärkt" die bereits seit Längerem geplante strategische Allianz mit Volkswagen verfolgen. Die Allianz werde sich auf die Bereiche Elektromobilität und autonomes Fahren konzentrieren, hieß es aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen.