Grüne: Beratung zu Glyphosat unzureichend

Bernd Kramer

Von Bernd Kramer

Sa, 30. Dezember 2017

Wirtschaft

Fraktion bemängelt fehlende Hinweise in Internetshops.

FREIBURG. Die Bundestagsfraktion der Grünen kritisiert den Umgang mit Glyphosat in Internetshops. Nach einer von der Fraktion in Auftrag gegebenen Studie findet bei Netz-Verkäufen von Unkrautvernichtungsmitteln, die den Wirkstoff enthalten, so gut wie keine sachkundige Beratung statt. Dazu zählen zum Beispiel Hinweise zur angemessenen Dosierung. Sie sind gesetzlich vorgeschrieben. Die Studie liegt der BZ vor.

Glyphosathaltige Mittel dürfen in Deutschland nur unter strengen Auflagen an Privatanwender veräußert werden. Die meisten Baumärkte haben die Herbizide schon länger ausgemustert. Nach Einschätzung des Autors der Studie, Michael Röls von der Technischen Universität Dortmund, werden die Unkrautvernichtungsmittel nun verstärkt über das Internet vertrieben.

Laut Studie lässt bei 33 von 34 untersuchten Onlineshops die Beratung zu wünschen übrig. Lediglich ein Onlineverkäufer habe sich an die Vorgaben gehalten. Vereinzelt würden Shops auch Mittel anbieten, die nicht mehr zugelassen sind. Harald Ebner, Bundestagsabgeordneter der Grünen, sagte: "Glyphosat greift so massiv in Ökosysteme ein und steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Es kann nicht sein, dass dieses Pflanzengift ohne Beratung und Sachkundenachweis verkauft wird." Das Bundesministerium für Ernährung teilte auf BZ-Anfrage mit, dass eine Stelle beim Bundesamt für Verbraucherschutz die Internetverkäufe beobachte und die zuständigen Behörden der Länder über Mängel unterrichte. Bundesminister Christian Schmidt habe stets deutlich gemacht, dass Glyphosat ein Mittel von Profis für Profis ist. Er strebe daher schon seit Längerem eine Beschränkung oder sogar ein Verbot von glyphosathaltigen Mitteln im Kleingartenbereich an.